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Personalabbau

Rauswerfen, überwachen, manipulieren

Teil 2: Horrorszenario wie im Kinofilm


Foto: Eisenhans/Fotolia.com

Willkürlich erklären die Autoren einzelne Skandale für allgemeingültig – die Arbeitswelt als Horrorszenario. Wo reale Beispiele fehlen, greifen die Autoren sogar auf fiktive Kinofiguren zurück, etwa auf Ryan Bingham, den George Clooney in dem Hollywood-Film Up in the Air darstellt.

Der Kinoheld arbeitet als Rausschmeißer, den Unternehmen beauftragen, um Personal abzubauen. Menschen mit solchen Jobs gebe es auch immer häufiger hierzulande, behaupten die Autoren kühn.

Die besten Jobs von allen


Wie viele es sein sollen, verraten Esser und Schröder nicht. Stattdessen stellen sie den Arbeitsrechtler Rüdiger Knaup als einen Vertreter dieses neuen Berufsstandes dar. Allerdings ist Knaup kein staatlich geprüfter Rausschmeißer. Er ist Arbeitsrechtler. Seine Kanzlei vertritt auch Arbeitgeber – und hin und wieder geht es in den Fällen um Stellenabbau. Schlichter Arbeitsalltag für einen Arbeitsrechtler

Behauptungen ohne Belege

Man fragt sich beim Lesen ein wenig, ob sich die Autoren überhaupt mit Management und Arbeitsrecht auseinandergesetzt haben. Wild gehen die Begriffe durcheinander.

So schreiben Esser und Schröder, dass in der Welt des Personalwesens nicht von "feuern" oder "rauschmeißen" die Rede sei. Während man sich als Leser noch fragt, warum Personalmanager sich im professionellen Kontext derart umgangssprachlich ausdrücken sollten (mal davon abgesehen, dass es arbeitsrechtlich heikel wäre), heißt es im Buch schon weiter, es sei vielmehr von Offboarding-Prozessen und Change-Management die Rede, "wenn Massenentlassungen anstehen".
 

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