Personalabbau
Rauswerfen, überwachen, manipulieren
Tina Groll, zeit.de
Unternehmen setzen verstärkt auf Dritte, um Personal abzubauen oder Krisen zu bewältigen. Ein Buch kritisiert diese Problemlösungsmethoden – leider zu pauschalisierend.

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Moderne Arbeitswelt
Arbeitgeber misstrauen Mitarbeitern, sie unterstellen ihnen Faulheit, Diebstahl und Sabotage. Deswegen lassen sie sie überwachen und schrecken selbst vor Kündigungen von Schwangeren und Behinderten nicht zurück.
Alles muss sich der Gewinnmaximierung unterordnen. In den Augen der Manager sind Arbeitnehmer bloße Human Ressources. So beschreiben die beiden Journalisten Christian Esser und Alena Schröder die moderne Arbeitswelt in ihrem Buch Die Vollstrecker .
Die Autoren – so versprechen es wenigstens Untertitel und Klappentext – decken auf, "wer für Unternehmen die Probleme löst". Und da geht es auch schon los mit abstrusen Pauschalisierungen, die sich durch 192 Seiten und drei Kapitel ziehen.
Leere Versprechungen
Echte Enthüllungen sucht man in dem Buch leider vergeblich. Stattdessen liefern Esser und Schröder Zusammenfassungen von Unternehmensskandalen, über die bereits umfangreich berichtet wurde.
Ob überwachte Mitarbeiter bei Lidl , der Bahn und der Telekom, ob Bagatellkündigung wegen eines unterschlagenen Pfandbons oder Krisen-PR: Dem Buch fehlt ein kritisch-reflektierender Blick, der die ausgewählten Fälle einordnet oder arbeitsrechtliche Grundlagen verständlich darstellt.