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Jobs

Ranking der Top-Arbeitgeber 2009

Gero Lawecki
Beste Chancen und ein außergewöhnliches Arbeitsklima bietet der Medizintechnik-Hersteller B. Braun. Ebenfalls auf dem Treppchen der Studie Top-Arbeitgeber 2009: der ADAC und Schwäbisch Hall.
Platz 1 im Ranking: B. Braun aus MelsungenFoto: © PR
Henning Ross ist verheiratet, hat zwei kleine Söhne. Der 31-jährige Marketing-Manager ist gewiss kein Hasardeur. Doch nach dem BWL-Studium in Bamberg und seinem MBA in Karlstadt (Schweden) entschied er sich für den Medizintechnik-Konzern B. Braun - und damit für ein Unternehmen, bei dem er keinen festen Arbeitsplatz und geregelten Arbeitsalltag hat.Neue Konzepte sorgen für Fortschritt

Die besten Jobs von allen

Ein Vabanquespiel? Nein. Denn was sich zunächst nach drohender Insolvenz oder Kurzarbeit anhört, gilt als Modell der Zukunft und wird von Arbeitspsychologen gelobt. Bei Braun haben die Mitarbeiter keine Büros mehr, sondern lediglich einen Rollcontainer, in dem sie persönliche Dinge und Post aufbewahren. Schreibtische als festes Revier der Angestellten - diese Zeiten sind bei Braun vorbei. Jeden Morgen suchen sie sich ihren Arbeitsplatz neu aus: entweder im Großraumbüro oder in sogenannten Cockpits, kleinen verglasten Ruheräumen - je nach individuellen Bedürfnissen des Arbeitnehmers. Solche Konzepte haben das Unternehmen aus dem nordhessischen Melsungen weit nach vorne gebracht. Aus dem Mittelständler ist ein Weltkonzern geworden. Damit nicht genug: Braun ist auch "Top-Arbeitgeber Deutschland 2009".Diesen Titel vergibt das Research-Unternehmen CRF seit einigen Jahren gemeinsam mit Junge Karriere. Den Sprung aufs Treppchen schafften in diesem Jahr auch der ADAC und die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Weitere Top-Arbeitgeber sind unter anderen die Commerzbank, der Optikkonzern Carl Zeiss und der Zigarettenhersteller British American Tobacco.105 Unternehmen qualifiziertFür die Studie mussten die Unternehmen 101 Fragen beantworten, anhand derer sechs Kernbereiche untersucht wurden: Entwicklungschancen, Gehalt, Work-Life-Balance, Jobsicherheit, Marktführerschaft sowie Unternehmenskultur. Hatten sich 2008 insgesamt 88 Unternehmen in der Studie als Top-Arbeitgeber qualifiziert, so waren es diesmal bereits 105. CRF-Projektleiterin Gitta Haßenbürger sagt: "Wir stellen fest, dass sich die teilnehmenden Unternehmen in den relevanten Kriterien deutlich weiterentwickeln. Besonders die Bereiche Work-Life-Balance und Unternehmenskultur waren in der aktuellen Studie gut aufgestellt." Im Wettbewerb um die besten Talente sind diese Kriterien sehr wichtig.Zu diesen Talenten, also gut ausgebildeten Absolventen, gehört auch Carola Dehmel, 31. Sie studierte Pharmazie in Marburg und promovierte in Hamburg. Seit Oktober 2008 arbeitet sie bei Braun. Auf einem Krankenhaus-Kongress wenige Monate zuvor lernte sie ihre jetzige Chefin kennen. Diese war von Dehmels Fähigkeiten überzeugt - und warb um sie. Mit Erfolg. "Dass sich das Unternehmen so um mich bemüht, hat mich besonders motiviert", sagt Dehmel. Leichte Bedenken, in Melsungen werde provinziell gedacht, waren schnell ausgeräumt. Dehmel merkte sofort, wie international ihr Arbeitgeber ist: "In meiner ersten Arbeitswoche nahm ich bereits an einer Fachtagung in Birmingham teil." An solche Reisen hat sie sich gewöhnt. Bald geht's wieder nach England - zur Weiterbildung. Dehmel will die interkulturellen Kontakte vertiefen und ihre Sprachkenntnisse auffrischen.Fortbildung kommt gut anAuch ADAC-Mitarbeiter wissen die Fortbildungsangebote ihres Arbeitgebers zu schätzen. Britta Albrecht, 28, ist seit 2008 im Förderprogramm: In Seminaren über Arbeitsrecht und beim Kommunikationstraining erhält sie als junge Führungskraft das nötige Rüstzeug. Nach dem Abitur wurde sie beim ADAC in München zur Versicherungskauffrau ausgebildet und war 2005 bereits stellvertretende Leiterin des Bereichs "Schadensregulierung Ausland". Aktuell trägt sie die Verantwortung für 16 Kollegen. Albrecht hat schnell Karriere gemacht, aber auch viel Fleiß investiert. An der Verwaltungsakademie studierte sie abends BWL, derzeit hängt sie noch einen Aufbaustudiengang an der Hochschule Harz in Wernigerode dran und kann sich dann Ende des Jahres "Diplom-Kauffrau (FH)" nennen. Dafür opfert sie ihre Wochenenden - ohne Bedauern: "Es macht unheimlich viel Spaß. Bislang ist alles perfekt für mich gelaufen."

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