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Check-in zur Geschäftsreise
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Geschäftsreise

Pflichtuntersuchung vor dem Check-In

Teil 4: Probleme für sich nutzen

Regionale Krankheiten

Unterschätzen darf man Krankheiten wie Malaria dennoch nicht. Das größte Infektionsrisiko besteht in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara: Deutsche Ingenieure, Projektleiter oder Berater, die in der Regenzeit bestimmte Teile des Cubango-Tals in Kenia oder das Kariba-Becken in Sambia ohne Prophylaxe betreten, gelten unter Gesundheitsexperten als leichtsinnig bis ignorant.

Auch andere Krankheiten haben regionale Schwerpunkte: Das Denguefieber kommt in Indien, Südostasien und Lateinamerika vor, Gelbfieber in einigen Ländern Zentralafrikas und Südamerikas – unter anderem Brasilien, auch in der Nähe der WM-Spielorte der deutschen Fußballnationalmannschaft. Das Ebolavirus hat gerade wieder Hunderte Opfer in Guinea und Liberia gefordert. Aktuell breitet sich das Poliovirus in Kamerun, Syrien und Pakistan aus.

Regionale Risiken gibt es aber nicht nur bei Infektionskrankheiten. Kehrseite des Wirtschaftsbooms in China beispielsweise ist eine enorme Luftverschmutzung in den Städten. Asthmatiker sollten einen großen Bogen um Dongying, Tianjin, Schanghai und Peking machen.

Aus der Not eine Tugend machen

Als der britische Marketingmanager Chris Buckley im Jahr 2000 für Procter & Gamble in der chinesischen Hauptstadt arbeitete, musste er sich schon bald mit Beschwerden herumschlagen. "Ich wachte mitten in der Nacht auf und bekam keine Luft", erinnert er sich.

Staub drang durch jede Ritze – wenn er ihn abends wegwischte, war er morgens wieder da. Als sein Asthma schlimmer wurde, machte Buckley aus der Not eine Tugend. Durch eine frühere Forschungstätigkeit wusste der Doktor der Physikalischen Chemie, wie im Labor die Staubbelastung gesenkt wurde.

Er wandte sich an Hersteller von Luftfiltern und gründete in Peking ein Unternehmen, das solche Geräte für Wohnungen und Büros vertreibt. Für die chinesische Luftqualität sieht Buckley im wahrsten Sinne des Wortes schwarz: "Städte im Westen wie Los Angeles haben Jahrzehnte gebraucht, um die Luftverschmutzung in den Griff zu kriegen", sagt er, "folglich ist es unrealistisch, dass Peking das über Nacht schafft."
Dieser Artikel ist erschienen am 22.05.2014

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