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Check-in zur Geschäftsreise
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Geschäftsreise

Pflichtuntersuchung vor dem Check-In

Teil 3: Malaria und Hepatitis sind nicht das Problem

Häufigster Notruf: Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Arbeitgeber und Auslandskrankenversicherung werden informiert. Der Manager kann von Glück reden – rund 24 Stunden nach dem Infarkt wird er in einer Privatklinik in Hongkong operiert, zwei Stents werden eingesetzt. Der Patient erholt sich schnell, größere Schäden des Herzgewebes sind ihm erspart geblieben.

Nach elf Tagen fliegt er mit einer Linienmaschine, begleitet von einem Rettungssanitäter, nach Deutschland, wo er eine Reha antritt. Die Kosten, die sich bei Operationen plus Ambulanzflügen, je nach Entfernung, rasch auf höhere fünfstellige Beträge summieren, hat die Spezialversicherung des Arbeitgebers übernommen.

"Am häufigsten werden wir bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verletzungen infolge von Unfällen, etwa auf Baustellen oder im Straßenverkehr, alarmiert", sagt Stefan Eßer, Arzt bei International SOS in Neu-Isenburg und Vorstandsmitglied der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin. Denn, "Unternehmen schicken nicht mehr den blutjungen Techniker ins Ausland, sondern eher den gestandenen Experten, der altersbedingt ein höheres Infarkt- und Schlaganfallrisiko trägt."

Befürchtete Erkrankungen bleiben meist aus

Tropenkrankheiten spielten dagegen eine untergeordnete Rolle. "Geschäftsreisende werden von den Betriebsärzten in der Regel gut geimpft", erläutert Eßer, "und wenn sich doch jemand infiziert, bricht die Krankheit oft erst nach der Rückkehr nach Deutschland aus, was mit dem Trend zu kürzeren Entsendungen zu tun hat."

Laut einer Führungskräftebefragung des IMWF Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung in Hamburg fürchten sich 53 Prozent vor Malaria und 42 Prozent vor Hepatitiserkrankungen, doch tatsächlich gehen lediglich zwei Prozent der Erkrankungen pro Reisemonat auf das Konto von Malaria, bei Hepatitis Asind es sogar nur 0,8 Prozent und bei Hepatitis B0,08 Prozent.

Dagegen würden gut 40 Prozent der Patienten in tropenmedizinischen Ambulanzen in Deutschland wegen Durchfall und Darmbeschwerden behandelt, schätzt das Robert-Koch-Institut in Berlin.

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