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Check-in zur Geschäftsreise
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Geschäftsreise

Pflichtuntersuchung vor dem Check-In

Christoph Stehr
Ob Berater, Ingenieur oder Manager: Vor manchen Geschäftsreisen ins Ausland sind ärztliche Untersuchungen Pflicht – doch nicht alle Firmen wissen davon.
Schmerzen in der Brust

Dem Geschäftsführer eines mittelständischen Anlagenbauers aus Niedersachsen steht der Schweiß auf der Stirn. Ihm ist übel, und er hat Angst umzukippen. Am meisten beunruhigen ihn die Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm ausstrahlen.

Zu Hause in Hannover würde er seine Sekretärin bitten, sofort den Notarzt zu rufen. Doch der 59-Jährige ist nicht zu Hause. Er sitzt im Frühstücksraum eines Hotels in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator, wo er sich auf Verhandlungen mit einem Lieferanten vorbereitet. So greift er selbst zum Handy und wählt eine Nummer, von der er nie dachte, dass er sie jemals brauchen würde.

Ohne Tropentauglichkeitsuntersuchung ins Ausland

Nach Angaben des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) geht fast jeder dritte Beschäftigte in Deutschland mindestens einmal im Jahr auf Geschäftsreise. Arbeitgeber sind seit sechs Jahren verpflichtet, ihre Mitarbeiter vor einem beruflichen Auslandsaufenthalt zu einem ärztlichen Beratungsgespräch zu schicken und gegebenenfalls eine "Tropentauglichkeitsuntersuchung" zu veranlassen.

"Wir beobachten aber immer wieder, dass Betriebe und Arbeitnehmer diese Pflichtuntersuchung nicht kennen", sagt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter im Centrum für Reisemedizin (CRM), Düsseldorf.

"Wichtige Schutzmaßnahmen unterbleiben, was gravierende Folgen für die Gesundheit der Entsendeten haben kann" – und bei Infektionskrankheiten auch für alle diejenigen, mit denen sie während oder nach ihrer Geschäftsreise in Kontakt kommen.

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