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Pflegepersonal
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Fachkräftemangel

Pflegebranche sucht kaum Personal im Ausland

Teil 2: Bürokratie bremst die Personalsuche aus

Doch bislang setzen die Unternehmen nach eigenen Angaben stärker darauf, das vorhandene Potenzial besser auszuschöpfen – etwa durch Weiterbildung, eine Senkung des Krankenstandes oder ein stärkeres Engagement in der Ausbildung. Das liege auch an den Problemen, von denen Unternehmen berichten, die bereits im Ausland ihre Fühler nach Pflegekräften ausgestreckt haben, sagte Ulrich Kober, Migrationsexperte der Bertelsmann-Stiftung. 83 Prozent stießen auf bürokratische Hemmnisse, 67 Prozent auf Probleme bei der Anerkennung von Qualifikationen. Wer jenseits der EU um Arbeitskräfte warb, hatte häufig Probleme mit der Einwanderungserlaubnis (60 Prozent).

Hier sieht auch die Bertelsmann-Stiftung Handlungsbedarf: Nötig seien bessere Informationen für Unternehmen sowie ein einheitliches Verfahren bei der Berufsanerkennung und einfachere Zuwanderungsregeln, teilte Stiftungsvorstand Jörg Dräger mit. Aus seiner Sicht ist die gezielte Anwerbung von ausländischen Fachkräften unverzichtbar.

Immerhin: Trotz auftauchender Schwierigkeiten zog eine Mehrheit der Unternehmen mit internationaler Rekrutierungserfahrung ein positives Fazit. 60 Prozent gaben an, mit ausländischen Kräften zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Vor allem schätzten viele die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 13.06.2015

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