Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Geheime Daten
Foto: malvine_99/Fotolia.com
Mitarbeiterinformationen

Personendaten in Hülle und Fülle

Tina Groll, zeit.de
Lebenslauf, Social Media, Assessment-Ergebnisse: Firmen speichern viele Personaldaten. Laut einer Studie wissen sie allerdings nicht, was sie damit anfangen sollen.
Fragt man Arbeitgeber danach, was für sie eine große Herausforderung ist, antworten sie auf der ganzen Welt: Talentmanagement. Sie sagen, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter seien ihnen wichtig.

Unternehmen sammeln allerhand Daten über ihre Angestellten, um diese möglichst gezielt einsetzen und weiterbilden zu können. Sie werten die Lebensläufe von Mitarbeitern und Bewerbern aus, führen Personalgespräche, erstellen Entwicklungspläne, bewerten systematisch Leistungen und veranstalten mit internen und externen Bewerbern Assessmentcenter für Führungspositionen.

Die Personaler prüfen Bilder und Angaben von Bewerbern in sozialen Netzwerken. Sie speichern viele personenbezogene Daten – und dann wissen sie nicht, was sie mit der ganzen Datenflut anfangen sollen.

Geschäftserfolg und Mitarbeiterpotenzial

Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Studie des Assessmentcenter-Anbieters SHL. Befragt wurden Personalverantwortliche aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen in China, Australien, Südafrika, den USA und Europa. Der Untersuchung zufolge wissen 77 Prozent der Befragten nicht, wie sich das Potenzial ihrer Mitarbeiter auf den Geschäftserfolg auswirkt. Und sie sind nicht in der Lage, die Informationen, über die sie bereits verfügen, anzuwenden.

Nur knapp die Hälfte der Unternehmen zieht die gesammelten Daten als Grundlage für Geschäftsentscheidungen heran. Die meisten Arbeitgeber nutzen sie nicht einmal für die Personalplanung. "Viele Personalabteilungen sind vom Umfang ihrer Personaldaten überfordert", schreiben die Autoren der Studie.

Karriere-Event