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Wohin führt der Job?
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Karriere mit Kehrtwende

Persönliche Stärken und Wünsche im Mittelpunkt

Claudia Obmann
Die Lust am Job vergeht mehr Mitarbeitern und Kollegen, als man denkt. Auch die Führungskräfte arbeiten nicht lieber, weil sie mehr verdienen. Es ist an der Zeit, neue Karriereverläufe zu denken und zuzulassen.
Herr über 150 Mitarbeiter zu sein, war ihm zu langweilig. Rainer Guggenberger, promovierter Chemiker, hatte es in seinen mehr als 20 Berufsjahren bis zum Vorstand für Forschung und Entwicklung bei der 3M Espe, dem Dentalspezialisten des US-Konzerns, gebracht.

Doch Erfüllung brachte ihm dieser Posten an der Spitze der Karriereleiter nicht: Personalplanung, Mitarbeitergespräche und der Auftrag, die Organisation zu optimieren, waren ihm zu viel Verwaltungskram.

"Wenn man Führungsverantwortung hat, geht häufig ,dringlich‘ vor ,wichtig‘. Das gilt auch für einen Forschungsvorstand", musste der Bayer erkennen. Guggenberger wollte aber viel lieber wieder das tun, was er wirklich gut kann und was ihm am meisten Spaß macht – Innovationen vorantreiben und rasch Lösungen finden, wenn es auf dem Weg neuer Zahnheilmittel vom Labor in den Handel hakt.

Da vergeht einem die Lust

So wie Rainer Guggenberger geht es offenbar vielen erfahrenen Managern: Ihnen vergeht im Laufe der Zeit die Lust an dem, was sie tun. Ihr Wunsch nach Veränderung wächst. Das zeigt das "Managerbarometer 2013", für das die Personalberatung Odgers Berndtson exklusiv mit dem Handelsblatt rund 1200 Führungskräfte aus allen Branchen und aller Firmengrößen danach befragte, was sie für ihren nächsten beruflichen Schritt tun würden.

Darauf antworteten 88 Prozent, sie seien bereit, "in eine andere Branche zu wechseln", und 79 Prozent würden auch "fachlich in eine neue Richtung gehen".

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Immerhin gut ein Viertel der Manager wären zudem bereit, Gehaltseinbußen hinzunehmen, wenn sie dafür bei der nächsten Aufgabe ihre persönlichen Stärken und Begabungen besonders gut einsetzen könnten – für die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) ist dieser Wunsch schlicht der Hauptmotivator für ihren weiteren Werdegang.

Auf Platz zwei mit 58 Prozent folgt die Freude an einer Führungsaufgabe, gefolgt vom Arbeitsinhalt auf Rang drei. Gehalt, Status und Titel dagegen rangieren auf den Plätzen fünf und sechs. Macht ist nur für gut ein Drittel noch stärkster Karrieremotor.


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