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Arbeiten in der Cloud
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Cloud-Computing

Ohne Spezial-Know-how geht es nicht

Claudia Obmann
Wie sich die Anforderungen an die IT-Mitarbeiter verändern, wenn Unternehmen die Cloud, also Daten oder Rechnerleistung von zentralen Servern im Internet nutzen, erklärt der Chef der auf Auslagerungen spezialisierten Organisationsberatung Raum für Führung.
Herr Riermeier, die Cloud-Computing-Idee gilt im IT-Sektor als zukunftsweisend. Was bedeutet das für IT-Mitarbeiter, wenn künftig vieles ins Netz ausgelagert wird?

Michael Riermeier: Die Auslagerung von Hard- und Software bedeutet im Kern, dass es in Unternehmen, die Cloud-Computing nutzen, künftig weniger Technik gibt - dafür aber neue Prozesse und Aufgaben. Das bedeutet auch: Die Hierarchie innerhalb der EDV Abteilung wird weniger komplex sein als bisher.

Wer bleibt, wer geht?
Michael Riermeier, Geschäftsführer bei Raum für FührungFoto: rf-f
Einen IT-Chef oder IT-Vorstand wird es weiter geben. Er muss die Gesamtstrategie verantworten und den Rahmen dafür schaffen, wie die einzelnen IT-Bereiche zu strukturieren sind, damit die Auslagerung funktioniert. Unter ihm dürften Projektmanager arbeiten, die die einzelnen ausgelagerten IT-Bereiche betreuen und die verschiedenen Dienstleister steuern. Überflüssig beim Kunden werden Programmierer, Tester und Systemverwalter.

Das hört sich an, als wandele sich damit auch das Anforderungsprofil der IT-Mitarbeiter?

Ja, mit Sicherheit.

Inwiefern?

Statt vor allem Technikexperte zu sein, braucht der zukünftige EDV-Manager eher generalistische Eigenschaften: Er muss sehr gut kommunizieren können, um Geschäftsmodell und - prozesse in optimale IT-Strukturen zu überführen. Dann braucht er im Umgang mit Dienstleistern natürlich auch Verhandlungsgeschick, und er muss wissen, wie sich Konflikte lösen lassen.

Wer also zum Beispiel nur Linux-Systeme verwalten kann, zieht in Unternehmen, die auf Cloud-Computing umstellen, demnächst den Kürzeren?

Ja. Aber auch ganz ohne Spezial-Know-how geht es künftig nicht. Besonders wichtig sind Fachwissen in Sachen Datensicherheit und - schutz. Das sind äußerst sensible Bereiche, es geht um Risiken wie Wirtschaftsspionage und Abhängigkeit von Dritten, denen Unternehmen wertvolle Daten anvertrauen. Spezialisten, die sich zum einen mit dieser Materie auskennen und außerdem sensibel mit Ängsten und Sorgen umgehen, dürften künftig sowohl bei Dienstleistern als auch auf Kundenseite sehr gefragt sein.

Dieser Artikel ist erschienen am 06.05.2013

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