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Süße Belohnung
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Hirnforschung

Ohne Belohnung läuft gar nichts

Teil 5: Die Resistenten sind nicht zu überzeugen

Was wären die Voraussetzungen für eine langfristige Freude?

Roth: Langfristige Freude hat immer mit Sinnhaftigkeit zu tun. Spaß, der kurze Kick, ist dagegen immer isoliert. Man geht vielleicht einmal zu einer Party und hat dort viel Spaß. Aber erst wenn ich entdeckt habe, dass da interessante Menschen sind, dann habe ich Freude. Und dann möchte ich diese Menschen immer wieder sehen. Die Freude, echte Bindungen und die Liebe sind extrem kontextreich. An einer Person, die ich liebe, interessiert mich sehr viel, nicht nur der schnelle Akt. Auch die Freude an der Arbeit ist unendlich kontextreich: Ich kann zeigen, wer ich bin, was ich bin, bekomme Lob dafür.

Sind Sie optimistisch, was den notwendigen Wandel der Verhaltensweisen für eine erfolgreiche Energiewende angeht?

Roth: Man kann menschliches Verhalten überhaupt nicht vorhersagen. Aber wenn ich pessimistisch wäre, würde ich hier nicht sitzen. Ich glaube, die Gesellschaft, vor allem die Menschen, die an den langen Hebeln sitzen, haben überhaupt noch nicht die Möglichkeiten ausgeschöpft.

Haan: Wir werden den Anspruch aufgeben müssen, die gesamte Gesellschaft an ein anderes Verhalten zu gewöhnen. Es wird einen harten Kern der Resistenten geben. Nach unseren Simulationen sind das so etwa 25 Prozent der Gesellschaft.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 21.02.2013

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