Dax-Chefs im Rhetorik-Check
Oft Langeweile pur
Claudia Obmann
Die Dax-30-Chefs hatten ihren Auftritt auf den Jahreshauptversammlungen. Doch welcher Vorstandsvorsitzende hat die beste Rede gehalten? Das Handelsblatt und die Uni Hohenheim haben die deutschen Topmanager einem Rhetorik-Check unterzogen – mit überraschendem Ergebnis.

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Selten überzeugend
• Viele Reden sind unverständlich, weil Sätze zu lang und Worte abstrakt sind.
• Große Stilmängel – auch erfahrene Manager fallen durch.
• Sieger feilt selbst so lange am Text, bis die Rede sitzt.
Statt Klartext sprechen Deutschlands Topmanager auf den Jahreshauptversammlungen der Aktionäre von "Nettofinanzschulden", "diversifizierten Industriekonzepten" und "Desinvestitionsprogrammen".
"Diese Vorstandsvorsitzenden verspielen ihre Chance, die allgemeine Öffentlichkeit zu überzeugen. Sie konzentrieren sich in ihrer Ansprache zu sehr auf die Analysten und Wirtschaftsjournalisten", sagt Frank Brettschneider.
Hauptversammlungs-Kauderwelsch
Er ist Leiter des Fachgebiets Kommunikationstheorie an der Uni Hohenheim. Der Sprachwissenschaftler hat exklusiv für das Handelsblatt die Reden aller 30 Dax-Konzernchefs auf ihren diesjährigen Hauptversammlungen auf Verständlichkeit analysiert.
Sein ernüchterndes Fazit: Konzernlenker bedeutet keineswegs Spitzen-Rhetoriker, der Aktionäre gekonnt informiert, idealerweise sogar überzeugt und mitreißt.