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Bildungsurlaub
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Extratage fürs Lernen

Nur wenige nehmen Bildungsurlaub

Teil 2: Länderspezifische Regelungen

Dort, wo es ein Gesetz gibt, steht Arbeitnehmern eine bezahlte Freistellung von fünf Arbeitstagen pro Jahr zu, es können aber auch zehn Tage angerechnet auf zwei Jahre sein, wie es etwa in Berlin der Fall ist. Im Saarland gibt es nur drei Tage im Jahr.

Dass nur so wenige Beschäftigte Bildungsurlaub nehmen, hängt mit dem Antragsverfahren zusammen. Nicht jedes Seminar wird als berufliche Weiterbildung akzeptiert.

Voraussetzung für die Genehmigung ist, dass Anbieter und Angebot als berufliche Bildungsveranstaltung von der zuständigen Behörde des Landes anerkannt sind.

Auf Landesurlaubsgesetze achten

Zudem muss die Fortbildung einen überwiegend beruflichen Charakter haben. Ein Biochemiker, der einen Töpferkurs besuchen möchte, dürfte dieser Regelung nach Schwierigkeiten haben zu belegen, dass der Kurs in direktem Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit steht. Ein Angestellter einer Töpferei hingegen dürfte keine Schwierigkeiten haben.

Um Bildungsurlaub nehmen zu können, müssen die Beschäftigten den meisten Landesurlaubsgesetzen nach mindestens sechs Monate lang bereits beim Arbeitgeber beschäftigt sein. Das Land Rheinland-Pfalz setzt sogar zwei Jahre voraus.

Freistellung der bildungsfreudigen Mitarbeiter

Die Kosten für die Weiterbildung kann der Arbeitgeber übernehmen, aber er muss es nicht – das ist eine freiwillige Leistung, einen Rechtsanspruch gibt es nicht.

In der Regel stellen die Firmen ihre bildungsfreudigen Mitarbeiter lediglich frei. Denn die Woche, in der der Bildungsfreudige fehlt, ist für viele Firmen schon teuer genug.


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