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Soziale Netzwerke

Nur keine Hemmungen

Manuel Heckel, Handelsblatt
Über Facebook, Youtube & Co. knüpfen Personalmanager schneller als je zuvor Kontakt zu jungen Talenten. Aber wer in sozialen Netzwerken auch erfolgreich rekrutieren will, der muss Zeit und Grips investieren.

Foto: kebox/Fotolia

Hamburger WG

Um die neue Stelle zu bekommen, musste Thomas Lerche nicht zuerst einen Personaler überzeugen – sondern die Internetgemeinde. Fast einen ganzen Monat bastelte er an seinem Bewerbungsvideo für die "Hamburg-WG", bei der sich junge Fachkräfte vergangenes Jahr via Internet um einen Job und eine schicke Wohnung auf St. Pauli bewarben.

Lerche wollte unbedingt den Job als Junior Social Media Manager beim Versandkonzern Otto. 100 Unterstützer brauchte er, um in die nächste Runde zu kommen. "Die hatte ich innerhalb der ersten zwei Stunden", berichtet Lerche.

Die besten Jobs von allen


Das Projekt der Hamburg-WG scheiterte zwar, weil die Hamburger Marketinggesellschaft ihre Unterstützung strich. Otto blieb aber an den Kandidaten dran. Und nach zwei Bewerbungsgesprächen – zuerst via Skype, dann persönlich – bekam der 22-jährige Lerche doch noch den heiß begehrten Job.

Kandidaten erreichen, wo sie sich aufhalten

Das kreative Projekt steht für einen Trend bei der Personalsuche: Soziale Netzwerke gewinnen rasch an Bedeutung. Ob Facebook-Karriereseiten, Videokanäle bei Youtube, Gruppen bei Xing oder Mitarbeiter-Blogs: "Im Personalmarketing ist es das ganz große Thema", sagt Wolf Reiner Kriegler, Geschäftsführer der Deutschen Employer Branding Akademie (DEBA).

"Für uns haben die sozialen Netzwerke eine große Bedeutung", bestätigt Sonja Königsberg, die bei Otto das Personalmarketing leitet. "So erreichen wir die möglichen Kandidaten da, wo sie sich aufhalten."


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