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Mitarbeiter aus Fernost
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Mitarbeiter aus Fernost

Ni hao, Kollegen!

Petra Schäfer
Deutsche Arbeitgeber kommen bei chinesischen Akademikern in Mode. Mittelständler entdecken das Potenzial von Mitarbeitern aus Fernost.
Wenn Chinesen an Deutschland denken, dann fällt den meisten deutsche Ingenieurskunst ein. An Marken wie Mercedes, Porsche und BMW denken sie sofort. Doch Deutschland als Arbeitsort – das kam für chinesische Akademiker bisher kaum infrage.

Im Jahr 2011 befanden sich laut Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) unter den insgesamt 25 000 hochqualifizierten Einwanderern, die von außerhalb der EU und der europäischen Freihandelszone Efta nach Deutschland kamen, um zu arbeiten, gerade mal rund 2 000 Chinesen. Zu anstrengend war vielen Unternehmen die Anwerbung der Asiaten, zu schwierig die deutsche Sprache für Bewerber aus dem Reich der Mitte. Allen voran Kanada, aber auch die USA und Australien, verzeichneten dagegen bis zu fünfmal so viele dieser chinesischen Zuwanderer.

Doch in den letzten zwei Jahren hat Deutschland seine bürokratischen Hürden für ausländische Arbeitnehmer deutlich gesenkt – mit neuen Regeln für die Anerkennung von Berufsqualifikationen und der "Blue Card", um schneller an eine Arbeitserlaubnis zu kommen. Das macht den Weg nach Deutschland für Chinesen deutlich einfacher als beispielsweise in die USA.

Familie im Unternehmen

Und so scheint der aus fernöstlicher Sicht früher unattraktive Einsatzort weit weg von zu Hause, an Anziehungskraft zu gewinnen. "Wir merken, dass sich immer mehr findige chinesische Studenten bewerben, die entweder nach ihrem Studium in Deutschland bleiben wollen oder die sogar erstmals herkommen, um hier zu arbeiten", sagt Stefan Klemm. Er ist Organisator des "Karrieretags Familienunternehmen", einer Jobmesse der familiengeführten Mittelständler. Der Fachkräftemangel, den immer mehr Unternehmen spüren, macht es möglich, dass nun auch chinesische Akademiker in Betracht kommen, wenn es um unbesetzte Ingenieurs- oder Vertriebsposten geht.

Jiuqi Fan hatte sich vergangenen Herbst um die Teilnahme am Karrieretag beworben. Wer sich dort nach Arbeitgebern umschauen will, muss zuerst seinen Lebenslauf einreichen und als potenziell passend für ein Familienunternehmen ausgewählt werden. Dann erhalten diese Interessenten eine Einladung zur Veranstaltung. Fan kam mit dem Geschäftsführer der Isabellenhütte, Jürgen Brust, ins Gespräch und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck: Seit November 2012 arbeitet die 25-jährige Chinesin bei dem hessischen Zulieferer der Automobil- und Elektronikindustrie. Bislang beschäftigte das Familienunternehmen in der Zentrale in Dillenburg kaum internationale Fachkräfte.

Bis zum letzten Jahr wurde auch "keine gezielte Fachkräftestrategie" verfolgt, räumt Marketingleiter Rolf Viehmann ein. Der Antritt von Wirtschaftsingenieurin Fan hat das geändert. Seitdem wird ausländische Verstärkung gezielt gesucht.

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