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Neugier beflügelt die Karriere
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Entdeckergeist

Neugier beflügelt die Karriere

Malte Buhse, wiwo.de
Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm: Wer Entdeckertrieb besitzt, lernt schneller und ist kreativer. Das nützt auch dem Arbeitgeber. Von der Entdeckung einer unterschätzten Charaktereigenschaft.
Für Kinder ist es das Normalste der Welt: Fragen zu stellen – wieso, weshalb, warum? So lange, bis die Eltern genervt aufgeben. "Fünfjährige stellen sich solche Fragen bis zu 65 Mal pro Tag, Erwachsene hingegen nur noch rund viermal", sagt der Linguist Carl Naughton. Zugegeben, die Angaben stammen aus einer Studie des US-Kreativitätsforschers George Land aus dem Jahr 1968. Gültig sind sie weiterhin: "Wir verlernen irgendwann, neugierig zu sein", sagt Naughton.

Schade eigentlich. Denn die Eigenschaft lohnt sich nicht nur für Kinder.

Ohne Ideen hat man ein großes Problem

Eine Reihe neuer Studien beweist: Tatsächlich macht Neugier kreativ, hilft beim Lernen und löst im Gehirn echte Glücksgefühle aus. "Sie gilt in der Psychologie heute als eine der wichtigsten Charaktereigenschaften überhaupt", sagt Naughton, der gerade ein Buch zum menschlichen Drang nach Neuem geschrieben hat. Darin widmet er sich dem menschlichen Wissensdurst und beschreibt, wie man bei seinen Mitmenschen die "Lust auf Neues und Veränderung" fördern kann.

Denn Neugier ist inzwischen ein veritabler Karriere- und Erfolgsfaktor. Als die Unternehmensberatung PwC im vergangenen Jahr etwa 1.300 CEOs aus 77 Ländern fragte, welche Eigenschaften Führungskräfte mitbringen müssen, landete die Neugier unter den ersten Plätzen. Der Gründer und Chef des Computerherstellers Dell brachte es dabei auf den Punkt: "Wenn ich auf eine Fähigkeit wetten müsste, die ein Unternehmenschef in Zukunft braucht, wäre es die Neugier", sagt Michael Dell, "daraus entstehen Ideen. Und wenn man keine Ideen hat, hat man ein großes Problem."
 
Besten Erfindungen waren Zufallsprodukte

Wie recht er hat, zeigt ein Blick in die Geschichte der großen Erfindungen. Ob Antibiotika oder die Mikrowelle: Zu vielen Innovationen kam es nur, weil sich jemand über einen Umstand wunderte und herausfinden wollte, was dahintersteckt. Wie zum Beispiel Alexander Fleming, der seine verschimmelten Petrischalen nicht wegwarf, sondern genauer untersuchte – und erst dadurch entdeckte, dass bestimmte Schimmelpilze Wirkstoffe produzieren, die Bakterien töten. Oder der Ingenieur Percy Spencer, der bei Experimenten mit Radaranlagen feststellte, dass plötzlich der Schokoriegel in seiner Jackentasche geschmolzen war. So kam er auf die Idee, dass sich mit Mikrowellen Lebensmittel erhitzen lassen. Daraufhin tüftelte er so lange weiter, bis er einen funktionierenden Miniofen entwickelt hatte.

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