Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Berufseinstieg

Neues Kräfteverhältnis am Arbeitsmarkt

Stefani Hergert
Wer den richtigen Studienabschluss hat, kann heute von Unternehmen mehr fordern als ein gutes Gehalt. Das Kräfteverhältnis am Arbeitsmarkt ändert sich – auch weil eine neue, anspruchsvolle Generation jetzt den Arbeitsmarkt erobert.

Foto: contrastwerkstatt/Fotolia

Lückenfüller haben Glück

Wenn die Ludwigshafener Professorin Jutta Rump über Chancen für Berufseinsteiger spricht, beschreibt sie eine Zweiklassengesellschaft. Es gibt, sagt sie, natürlich den Fachkräftemangel: "Aber machen wir uns nichts vor, es gibt ihn branchenspezifisch und regional, aber nicht überall und in allen Berufsgruppen."

Während die einen Firmen Absolventen dringend suchen, haben es andere Einsteiger auf dem Arbeitsmarkt keineswegs so leicht, wie das Wort Mangel vermuten lässt. Wer aber schon zum Studienabschluss wegen seines Fachs mehrere Angebote auf dem Tisch hat, kann pokern – mehr Gehalt, höherer Bonus oder besserer Dienstwagen.

Die besten Jobs von allen


Doch die Generation, die jetzt in die Unternehmen drängt, stellt noch ganz andere Forderungen. Ein gutes Gehalt ist zwar Voraussetzung, aber nicht mehr das Entscheidende. "Vergütung ist ein Hygienefaktor", fasst Christian Näser, Partner der Personalberatung Kienbaum, zusammen. "Wichtig ist, ob die Firma einen guten Ruf und ein interessantes Produkt hat."

Wählerische Firmen

Beide Seiten haben ihre Ansprüche nach oben geschraubt. Die Unternehmen, weil sie heute auf mehr Dinge im Lebenslauf achten als noch vor zehn Jahren. "Damals sind etwa noch alle Betriebswirte und Ingenieure untergekommen. Heute tut sich das letzte Viertel schwer", sagt Näser.

"Die Unternehmen schauen mehr auf das Fach, den Notenschnitt und ob die Bewerber Praktika gemacht haben – nicht viele, sondern vernünftige." Die Hochschule, an der man studiert hat, spielt eine untergeordnete Rolle – die Elitebemühungen scheinen bei den Arbeitgebern noch nicht angekommen zu sein.


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick