Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Gesundheitskosten

Neuer Umgang mit chronisch Kranken im Job

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Chronische Krankheiten bedeuten enorme Produktivitätsverluste für die deutsche Wirtschaft. Die Bertelsmann-Stiftung und Booz & Co. fordern eine "konzertierte Aktion von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft".

Foto: korvin1979/ Fotolia.com

Entlastung für Betroffene

Durch Depressionen, Asthma, Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Rheuma entstehen Unternehmen immense Kosten. Die deutsche Volkswirtschaft könnte 2012 bis zu 20 Milliarden Euro zusätzlich erwirtschaften, wenn chronisch kranke Arbeitnehmer bei der Bewältigung und Behandlung ihrer Krankheiten besser unterstützt würden.

Das behauptet zumindest die Bertelsmann Stiftung und die Strategieberatung Booz & Company auf der Basis einer Meta-Studie. Krankheitsbedingte Ausfälle ließen sich um bis zu 27 Prozent durch Programme in den Betrieben senken, die Betroffene entlasten.

Die besten Jobs von allen


Entscheidend sei die "Therapietreue", so die Studienautoren, also die "praktische und stringente Anwendung aller medizinischen Maßnahmen, die Arzt und Patient als notwendig vereinbart haben. Die Studienmacher fordern daher nicht weniger als "eine konzertierte Aktion von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft" zur Verbesserung der Therapietreue und -wirksamkeit.

Konsequenz in der Therapie

Das werde "nicht nur die Genesungschancen chronisch Kranker, sondern auch die strukturelle Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland" verbessern. 

Zur Therapietreue gehört zum Beispiel, dass ein Patient eine Diät einhält, Sport treibt, Medikamente termingerecht einnimmt, auf Veränderungen der Krankheitssymptome Symptome achtet. Therapietreue, so die Studie, senke nicht nur die Gesundheitskosten, die mit Komplikationen und dem Fortschreiten der Erkrankung verbunden sind, sondern erhöhe letztendlich die Arbeitsproduktivität.


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick