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Neuer Job, neues Glück
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Aufstiegsmotive

Neuer Job, neues Glück

Kerstin Dämon, wiwo.de
Viele Deutsche wollen mehr Macht. Mehr als die Hälfte legen bei der Suche nach einem neuen Job Wert auf Führungsverantwortung. Selbstständig und der eigene Chef werden, kommt dabei nicht in Frage.
Projekte organisieren, Mitarbeiter motivieren, den Ton angeben: Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland (59 Prozent) nennt Führungsverantwortung oder Projektleitung als wichtigen Faktor bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag von CosmosDirekt unter 2.001 Bundesbürgern hervor.

Die Last der Verantwortung

Die Mehrheit interessiert sich allerdings eher für eine Karriere unterhalb des Radars: Führung oder Projektleitung ja, Spitzenmanager nein. Denn die haben es oft nicht leicht. Gerät das Unternehmen in die Kritik, müssen die Chefs gehen. Im laufenden Jahr seien bis August bereits sechs Vorstände großer börsennotierter Unternehmen gegangen worden, so das Ergebnis einer Untersuchung der Beratungsfirma Kienbaum. Das sind so viele wie im gesamten Jahr 2013.

Ihr eigener Boss werden wollen dagegen immer weniger Deutsche. Im vergangenen Jahr gründeten nur 775.000 Menschen eine Firma – so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000. "Der Rückgang der Gründungstätigkeit ist besorgniserregend, denn Gründer helfen unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Auch hier ist der Auslöser die Angst vor dem Risiko wegen der mauen Konjunktur. Die Sorge, dass die Selbständigkeit die eigene Familie stark belastet, ist ebenfalls weit verbreitet.

Risiken der Selbstständigkeit

Das mit der Selbständigkeit verbundene finanzielle Risiko wird von mehr Vollerwerbsgründern als Problem wahrgenommen. Dies geht einher mit einem höheren Anteil von Gründern, die über Finanzierungsschwierigkeiten berichten – im Voll- und im Nebenerwerb. Dabei gilt: Je höher der Finanzierungsbedarf ist, desto wahrscheinlicher werden Finanzierungsschwierigkeiten. Am Ende setzten zwei Drittel der Gründer Eigen- oder Fremdmittel zur Finanzierung ein.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 14.10.2014

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