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Wirtschaft

Netzwerk für erfolgreiche Frauen

Ruth Lemmer
Was die Good Old Fellows draufhaben, können Frauen schon lange: Strippen ziehen. Das Spektrum der Netzwerke reicht von sozialen Clubs über berufliche Bünde bis zur Web-Gemeinschaft.
Zonta. Das Zonta-Zeichen steht für Licht, Solidarität, Obdach und Redlichkeit. Die Sioux-Indianer standen bei der Gründung 1919 Pate. Zonta-Frauen wollen überparteilich, überkonfessionell und weltanschaulich neutral die Stellung der Frau in Recht, Gesellschaft, Politik und Beruf verbessern. Die 100 deutschen Clubs -­ den ersten gab es 1931 in Hamburg - mit ihren 3.000 Mitgliedern unterstützen Projekte wie "Jugend forscht" sowie internationale Initiativen für die Frauenausbildung. Weltweit sind rund 33.000 Zontas in 1.248 Clubs organisiert.
Für wen? Berufstätige Frauen in Entscheidungspositionen oder Selbstständige.
Wie geht's? Mit 200 Euro Jahresbeitrag und Aktivitäten im örtlichen Club ist frau dabei. Die Zontas legen viel Wert auf Zusammenhalt. Passive Mitglieder sind nicht gerne gesehen.
Was bringt's? Die Sozialprojekte erweitern den Horizont, die Kontakte bringen aber auch persönliche Vorteile. Ein reges Clubleben mit Konzerten und Ausflügen gehört dazu. Promi-Mitglieder hierzulande: Frankfurts CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth und ZDF-Moderatorin Marina Ruperti. 
www.zonta-international.de 

Soroptimist. Die Soroptimisten wollen seit der Gründung im kalifornischen Oakland anno 1921 "eine weltweite Stimme von Frauen für Frauen" sein. Freundschaft und Service stehen auf der Agenda. Als Nicht-Regierungsorganisation haben Soroptimisten einen Sitz in mehreren UN-Organisationen und im Deutschen Frauenrat. Erstmals startet jetzt auch ein Mentoring-Programm für 20 Frauen, deren beruflicher Aufstieg ein Jahr lang gefördert wird. Es gibt insgesamt 93.000 Mitglieder in 123 Ländern. In Deutschland treffen sich 4.000 Frauen in 144 Clubs.
Für wen? Für alle arbeitenden Frauen ­ von der Hausfrau bis zur Managerin. Jeder Beruf ist pro Club nur einmal vertreten.
Wie geht's? Um beizutreten, benötigen Frauen die Fürsprache eines Mitglieds. Die Bewerberin muss darlegen, dass sie hinter den Zielen von Soroptimist steht. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei rund 100 Euro im Jahr. Der monatliche Club-Termin ist Pflicht. Wer fehlt, entschuldigt sich. Karteileichen müssen mit Kündigung rechnen. Was bringt's? Regionale und internationale Kontakte über das eigene Fachgebiet hinaus.
www.soroptimist.de

Die besten Jobs von allen


European Women's Management Development Network (EWMD). Das EWMD wurde 1983 in Brüssel gegründet, um die weibliche Komponente im Management zu stärken. Ein Kernthema ist Diversity, die Akzeptanz unabhängig von Geschlecht, Religion, Nationalität, sexueller Präferenz. 650 Netzwerke bestehen in 15 Ländern, in Deutschland haben sich rund 200 Frauen zusammengetan, darunter die WDR-Frau Gabriele Krone-Schmalz.
Für wen? Frauen, die in Wirtschaft, Verwaltung oder Politik etwas zu sagen haben. Männer, die Frauenpower im Management fördern.
Wie geht's? Frauen können sechs Veranstaltungen in ihrer Region besuchen, ehe sie für 250 Euro Jahresbeitrag Mitglied werden. Jedes Neumitglied übernimmt sofort eine Aufgabe. Die Regionen entsenden Vertreterinnen auf die Bundesebene. Dort wird gerade ein Ressortsystem aufgebaut.
Was bringt's? Der Service umfasst eine Mitgliederdatenbank, einen Newsletter, einen Chat, etwa zum Umgang mit Personalberatern, und ein Mentoring-Programm. 
www.ewmd.org
Business and Professional Woman (BPW) Frauen sind nur gleichberechtigt, wenn sie eigenes Geld verdienen, sagen BPW-Frauen und machen sich dafür stark. In Deutschland haben sich 250 Frauen in 35 Gruppen gefunden, weltweit gibt es Clubs in 110 Ländern. BPW-International ist in UN-Organisationen vertreten. Vorzeige-Mitglied ist US-Senatorin Hillary Clinton. Young BPW vereint Berufstätige unter 36 Jahren. Young BPW-Frauen können den Rat der Älteren in einem Mentoringprojekt einholen. Zurzeit arbeiten 15 Paare zusammen.
Für wen? Berufstätige Frauen. Obwohl Studierte in der Mehrzahl sind, ist der BPW kein Akademikerinnen-Verein.
Wie geht's? Schnuppern kann frau bei den monatlichen Treffen.
Aspirantinnen müssen in einem Fragebogen eine Selbsteinschätzung abgeben und Ziele nennen, die sie unterstützen wollen. Über die Aufnahme entscheidet der jeweilige Club. Rund 120 Euro kostet der Beitrag pro Jahr.
Die Clubs arbeiten selbstständig, Stellungnahmen, etwa zur deutschen Tagespolitik, gibt der Bundesvorstand ab.
Was bringt's? Kontakte, die der Karriere und Lebensplanung nutzen. Die Herbsttagung im November wird sich dem Dreiklang "Work ­ Life ­ Balance" widmen. 
www.bpw-germany.de
Deutscher Ingenieurinnen Bund (dib). Im Gründungsjahr 1986 waren es die Ingenieurinnen einfach leid, in der Minderheit zu sein. Heute hat der Deutsche Ingenieurinnen Bund (DIB) rund 500 Mitglieder; in 17 Städten sind Regionalgruppen aktiv. Mathematikerinnen und Architektinnen, Verfahrens- und Elektrotechnikerinnen wie auch Bauingenieurinnen suchen beim DIB Service und Austausch. Gründungsmitglied Heike Landsberg, freie Architektin in Berlin, schätzt das kritische Miteinander: "Das schafft Resonanzboden." Auf der DIB-Website stehen Jobangebote und Praktikumsplätze; Infos über Mentoringprogramme kursieren.
Für wen? Berufseinsteigerinnen und erfahrene Ingenieurinnen.
Wie geht's? Auf der Website gibt es ein Beitrittsformular. Wer zuerst schnuppern will, kann Kontakt zur nächsten Regionalgruppe aufnehmen. Der Jahresbeitrag kostet 70 Euro für Berufstätige und 25 Euro für Studentinnen und Ingenieurinnen ohne Einkommen.
Was bringt's? In den Regionalgruppen wird kontaktet, vernetzt und informiert: über Aufträge und Jobs, Berufsprofile und Mentoring. Wichtige Entwicklungen in Forschung und Praxis machen die Runde.  www.dibev.de 
Weitere Berufsnetzwerke für Frauen: www.djb.de (Deutscher Juristinnenbund), www.aerztinnenbund.de (Deutscher Ärztinnenbund), www.journalistinnen.de (Journalistinnenbund), www.nut.de (Frauen in Naturwissenschaft und Technik)
Webgrrls. "Business Networking" ­ der Name ist Programm, aber die Web-Frauen bleiben nicht im Virtuellen stecken. Seit die Unternehmerin Aliza Sherman 1995 von New York aus im Netz Gleichgesinnte suchte, fahren Frauen auf der Datenautobahn gemeinsam. Die deutschen Web-Frauen starteten 1997 in einem losen Verbund, der rasch auf 10.000 Teilnehmerinnen an- und den Organisatorinnen über die Köpfe wuchs. Deshalb wurde 2001 in München ganz formal der Verein Webgrrls gegründet. Heute sind knapp 1.000 Frauen aktiv, diskutieren im Netz und in Regionalgruppen über barrierefreies Internet, das Gestalten von Online-Magazinen und Jobchancen.
Für wen? Alle Frauen, die in Neuen Medien arbeiten.
Wie geht's? Am schnellsten über die Website. Der Jahresbeitrag beträgt 60 Euro. Ob frau nur den Webservice nutzt oder in örtliche Gruppen geht, bleibt ihr überlassen.
Was bringt's? Wissenstransfer und Geschäftskontakte. Die Webgrrls pflegen einen Marktplatz, auf dem frau ihr berufliches Profil hinterlegen kann. Außerdem gibt es einen Mitgliederbrief, Veranstaltungen sowie Mailinglisten zu Technik und Jobs. 
www.webgrrls.de 
Mehr Frauennetze:  www.woman.de
Dieser Artikel ist erschienen am 01.11.2003

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