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Arbeitsrecht

Nagellack und Toupets sind Privatsache

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Die Farbe des Nagellacks geht den Arbeitgeber nichts an. Auch das Tragen eines Toupets bei der Arbeit sei Privatsache, hat das Landesarbeitsgericht Köln entschieden. Die Farbe der Unterwäsche hingegen darf angeordnet werden.
Einheitlicher Nagellack ist kein Muss am ArbeitsplatzFoto: © SerrNovik - Fotolia.com
Der Beschluss betrifft die Dienstvorschriften eines Sicherheitsunternehmens, das Fluggäste im Auftrag der Bundespolizei am Flughafen Köln/Bonn kontrolliert. Ein Arbeitgeber darf seinen Mitarbeiterinnen demnach nicht vorschreiben, ihre Fingernägel nur einfarbig zu lackieren. Ebenso wenig darf er männlichen Beschäftigten das Tragen künstlicher Haarteile verbieten. Der Betriebsrat war wegen der umstrittenen Regelungen vor Gericht gezogen (3 TaBV 15/10). Nach Auffassung der Richter stellen einige der Vorschriften, die sich auf das äußere Erscheinungsbild der Mitarbeiter beziehen, eine unverhältnismäßige Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts dar. Denn ein einheitliches Erscheinungsbild der Beschäftigten werde im Wesentlichen durch einheitliche Dienstkleidung erreicht. "Die Farbe der Fingernägel der Mitarbeiterinnen ist hierfür aber ohne Bedeutung“, heißt es in dem Beschluss. 

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Gleiches gelte für eine Vorschrift, nach der Männer ihre Haare nur in natürlichen Farben färben sollten. Als diskriminierend beurteilte das Gericht das Verbot künstlicher Haarteile für Männer. Ein Toupet könne entscheidend zum Selbstwertgefühl von Männern beitragen, die unter Haarausfall leiden.Andere Vorschriften zum Erscheinungsbild, die der Betriebsrat monierte, hielt das Gericht dagegen für berechtigt. So sah das Gericht kein Problem darin, dass der Arbeitgeber den Mitarbeitern das „Tragen von BHs, Bustiers bzw. eines Unterhemdes“ vorschrieb, damit die darüber getragene Dienstkleidung nicht so schnell abnutze. Zulässig sei auch die Vorgabe, dass die Unterwäsche weiß oder hautfarben sein müsse, damit sie nicht durchscheine.Quelle: dpa
Dieser Artikel ist erschienen am 20.01.2011

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