Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Netzwerken im Job
Foto: Kurhan/Fotolia.com
MBA und Netzwerken

Nachgefragt bei Beatrice Rodenstock

Interview: Axel Gloger
Austausch, Unterstützung – und manchmal auch Aufträge: Über die Vorzüge und Schwierigkeiten beim Netzwerken mit den früheren Kommilitonen erzählt die Unternehmerin.
Beatrice Rodenstock, Spross der Brillenhersteller-Familie, absolvierte von 2001 bis 2003 einen Executive MBA für erfahrene Führungskräfte an der Schweizer Universität St. Gallen. Zuvor hatte sie Soziologie mit BWL und Psychologie studiert und beim damaligen Daimler-Chrysler-Konzern als interne Unternehmensberaterin gearbeitet. Heute ist sie Inhaberin der Rodenstock Gesellschaft für Familienunternehmen in München.

Welchen Nutzen haben sie in punkto Netzwerk aus ihrem MBA-Studium gewonnen?
Beatrice RodenstockFoto: Rodenstock-gfu
Beatrice Rodenstock: Es sind einige wirklich sehr gute Freundschaften daraus entstanden. Wir pflegen den Austausch, man steht sich gegenseitig mit Rat zur Seite. Wenn ich Unterstützung oder einen Tipp brauche, kann ich sofort anrufen. Auch den einen oder anderen Auftrag konnte ich aus dem Netzwerk der Kommilitonen gewinnen.

Der Executive-MBA, den Sie absolviert haben, ist ein berufsbegleitendes Programm. Gab es da überhaupt genug Gelegenheit, Bande zu den Mitstudenten zu knüpfen? 

Beatrice Rodenstock: In jedem Fall. Zwar hatten wir in der Tat kein Vollzeitstudium. Doch für die Module kamen die 70 Kommilitonen für je zwei Wochen auf den Campus. Das passierte in dichter Folge, alle anderthalb Monate. In St. Gallen waren wir immer die ganze Zeit zusammen; im Seminar, abends, am Wochenende. Das prägt. Man lernt sich intensiv kennen, alle stehen vor denselben Herausforderungen.

Wie haben Sie die Möglichkeiten zum Netzwerken, die Ihre Alma Mater bietet, bislang genutzt?

Beatrice Rodenstock: Zwei Jahre nach meinem Abschluss bekam ich mein erstes Kind. Meine Berufstätigkeit behielt ich bei. Aber die Möglichkeiten, zu Networking-Anlässen etwa an die Hochschule in die Schweiz zu reisen waren beschränkt. Einmal habe ich an einem Weihnachtsessen meines Jahrgangs teilgenommen, mehr als die Hälfte der Kommilitonen war zugegen. Hier an meinem Wohnort in München wären solche Kontaktanlässe leichter wahrzunehmen gewesen. So habe ich mich in erster Linie auf selbstorganisierte Kontakte zu Mitstudenten gestützt.

Wie bekommen Sie neue Gelegenheiten fürs Netzwerken?

Beatrice Rodenstock: Mein Jahrgang verbreitet in Eigenregie einen Newsletter. Das ist ein sehr gutes Medium. Es hält uns über Neuigkeiten aus diesem Kreis auf dem Laufenden. Das schafft Anknüpfungspunkte, die die bewährte Gemeinsamkeit fortsetzen.

Dieser Artikel ist erschienen am 17.10.2013

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick