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Stellenanzeigen: Nachfrage nach Fachkräften sinkt
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Stellenanzeigen

Nachfrage nach Fachkräften sinkt zur Jahresmitte

Kristin Schmidt, wiwo.de
Eine Auswertung relevanter Stellenbörsen zeigt, dass deutlich weniger Fachkräfte gesucht werden als noch im ersten Quartal 2015. Wer zu den Verlierern zählt und in welchen Branchen eingestellt wird.
Vor allem Vertriebs- und Marketingmanager, Ingenieure und IT-Spezialisten werden seltener gesucht als in den ersten drei Monaten des Jahres 2015. Das ergibt eine Auswertung des Personaldienstleisters Hays. Seit 2011 werten die Experten jedes Quartal die Stellenanzeigen in Tageszeitungen und den meist genutzten Online-Jobbörsen aus. Referenzwert mit 100 Indexpunkten ist die Erhebung aus dem ersten Quartal 2011.

Insgesamt ist die Nachfrage nach Fachkräften im zweiten Quartal 2015 um sieben Punkte gefallen und liegt mit 98 Indexpunkten knapp unterm Ausgangsquartal von 2011.

Ingenieure immer weniger gefragt

Die Stellenanzeigen für Ingenieure gehen überdurchschnittlich stark zurück und zwar um elf Punkte. Vor allem Ingenieurbüros, Unternehmen für Informations- und Telekommunikationstechnik sowie das Baugewerbe suchen deutlich weniger Ingenieure als zwischen Januar und März.

Die Vertriebs- und Marketingmanager sind ebenfalls deutlich weniger gefragt als im Vorquartal (- zehn Punkte). Hierfür ist vor allem die rückläufige Nachfrage in der Telekommunikationsbranche und der Automobilindustrie verantwortlich. In der Chemie- und Pharmaindustrie hingegen ist ein Aufwärtstrend für die Marketing- und Vertriebsstrategen zu verzeichnen.

Gute Chancen bei Energieversorgern

IT-Spezialisten sind absolut gesehen zwar immer noch die meistgesuchten Fachkräfte vor Vertriebs- und Marketingmanagern sowie Finanzexperten, dennoch ist auch hier ein rückläufiger Trend zu erkennen. Im Handel und im Automobilsektor geht die Nachfrage am deutlichsten zurück. Bessere Aussichten haben die Informatiker im Bereich Verkehr und Logistik sowie bei Personaldienstleistern.

Mit Blick auf die Branchen ist zu erkennen, dass ausschließlich die Energieversorger mehr einstellen als im Vorquartal. Merklich weniger suchen der Handel und die IT-Branche. Allerdings haben diese beiden Wirtschaftszweige seit dem vierten Quartal 2013 überdurchschnittlich viele neue Mitarbeiter gesucht.

Die Zurückhaltung bei den Einstellungen erklärt Hays-Vorstand Dirk Hahn mit "der instabilen politischen und wirtschaftlichen Lage in wichtigen Absatzmärkten Deutschlands". Dazu zählen sowohl die anhaltenden Sanktionen gegen Russland als auch die Griechenlandkrise.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 06.08.2015

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