Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Trennungsgründe

Mythos Unkündbarkeit

Liane Borghardt, wiwo.de
Einem Mitarbeiter einfach so kündigen ist in Deutschland nicht möglich. Für eine ordentliche Kündigung müssen gute Gründe vorliegen. So weit die Theorie. In der Praxis gilt aber auch: „Es gibt keine unkündbaren Arbeitnehmer.“

Foto: R. Sturm/Pixelio

Drei Trennungsmethoden


Das sagt zum Beispiel auch der Düsseldorfer Fachanwalt für Arbeitsrecht Helmut Naujoks, der sich auf dieses Thema spezialisiert hat. Alles andere wäre auch verfassungswidrig, ist er überzeugt. Und erbringt ein Mitarbeiter etwa dauerhaft unzureichende Leistungen, gibt es gleich verschiedene Möglichkeiten, sich von ihm zu trennen. Das konkrete Vorgehen hängt dann freilich vom jeweiligen Einzelfall, der wirtschaftlichen Situation und Größe eines Unternehmens ab.

Dabei unterscheiden Fachanwälte zunächst zwischen drei unterschiedlichen Trennungsmethoden, die zum Teil auch eine Eskalationsstrategie darstellen können:

Die besten Jobs von allen


Aufhebungsvertrag

Bei offensichtlich unzufriedenen Mitarbeitern, kann das Angebot eines Aufhebungsvertrags wie ein Befreiungsschlag wirken: Der Vorgesetzte legt dem Betroffenen den Trennungswunsch sowie den Grund dafür dar. Anschließend wird dem Mitarbeiter ein Aufhebungsvertrag mit einem detaillierten Abfindungspaket vorgelegt. Nimmt der Mitarbeiter das Angebot nach einer eingeräumten Bedenkzeit nicht an, wird ihm die Kündigung in Aussicht gestellt und schließlich auch ausgesprochen (Kündigungsschutzgesetz, Paragraf 1a).

Die dabei angebotene Abfindung errechnet sich aus einem halben Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr – unter der Bedingung, dass der Mitarbeiter keine Kündigungsschutzklage erhebt. Kommt es dennoch zum Gerichtsverfahren, gibt es noch zwei Chancen auf eine gütliche Einigung: Zum sogenannten Gütetermin als auch zum Termin der Urteilsverkündung bemühen sich die Arbeitsgerichte in aller Regel um eine einvernehmliche Lösung.


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick