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Interview: Selbstmotivation

Mutig Neues entdecken, statt sich selbst auszubremsen

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Die meisten Arbeitnehmer sind unzufrieden und hadern mit ihrem Job. Ihr größter Feind ist der innere Schweinehund. Motivationscoach Stefan Frädrich erklärt, wie man diesen üblen Zeitgenossen überlistet.

Foto: kormanngraphics/Fotolia

Herr Frädrich, in ihrem Buch "Das Günter-Prinzip" beschreiben Sie, wie man den inneren Schweinehund überwindet. Wer genau ist denn der innere Schweinehund?

Der innere Schweinehund wird im allgemeinen Sprachgebrauch meist als innerer Feind, der einen immer ausbremst, empfunden. Mir ist das nicht so recht, weil man in Gedanken nett mit sich selbst umgehen sollte. Für mich ist der innere Schweinehund eher eine Metapher für die Programme, die unser Gehirn kann und weiß. Die einen Menschen haben hilfreiche Programme drauf, die anderen eher weniger hilfreiche. Manche nützen, manche schaden uns.

So können die einen sagen: Ich liebe meinen Job und es war mir immer wichtig, etwas zu finden, dass meinen Vorlieben entspricht. Andere hingegen sind so sozialisiert, dass sie sagen, lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, ein sicherer Job geht vor.

Die besten Jobs von allen


Diese Leute werden oft unglücklich, weil sie etwas haben, was nicht ihren Vorlieben entspricht. Ich versuche mit dem Buch folgende Koordinaten festzulegen: Was tut uns gut, was tut uns nicht gut

Vielen Deutschen tut ihr Job offenbar nicht gut, in Umfragen ist die Mehrheit immer unzufrieden. Wie wird der Job zum Traumjob?

Wir neigen dazu, immer intensiver zu jammern als wir das müssten. Wichtig ist, dass man sein Gehirn anständig auslastet und nicht jeden Tag nach Schema 08/15 arbeitet. Ich glaube, dass die meisten Leute bei der Arbeit unterfordert sind, weil sie immer wieder die selben Tätigkeit erfüllen.

Ein Ausflug in die Welt der Neuropsychologie: Wir können ungefähr 110 Bits pro Sekunde an Informationen verarbeiten. Wenn wir dauerhaft unterfordert sind und somit unter dieser Zahl bleiben, haben wir zuviel Freiraum. Wir beginnen Fragen zu stellen, warum das alles nicht passt.

Dann kommen die Antworten: Der Chef ist schuld oder die Kollegen, die Strukturen und die Kunden. Wer unzufrieden ist, ist meist im Job unterfordert.

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