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Mittelstand sucht gezielt Fachkräfte aus dem europäischen Ausland
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Gezielte Suche in Europa

Mittelstand findet Fachkräfte im Ausland

wiwo.de
Jahrelang suchte der Mittelstand nur vor der eigenen Haustür nach Mitarbeitern. Jetzt rekrutieren immer mehr Betriebe bei den europäischen Nachbarn. Welche Fähigkeiten gefragt sind und wo sich welche Talente verstecken.
Geht es um den Fachkräftemangel im Mittelstand, hat 2016 für das Rückgrat der deutschen Wirtschaft nicht gut angefangen. "Mittelstand büßt Umsatz ein, weil Fachkräfte fehlen" lautet die Quintessenz des Mittelstandsbarometers der Wirtschaftsberatung EY.

Insgesamt 360.000 Positionen sind demnach vakant, der Schaden liege bei 46 Milliarden Euro – pro Jahr.

Eine Umfrage der Wirtschaftsverbände "Die Familienunternehmer-ASU" und "Die Jungen Unternehmer-BJU", die exklusiv für die WirtschaftsWoche erhoben wurde, zeigt, dass rund 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen freie Stellen haben, die sie nicht besetzen können. Jeder zehnte Unternehmer musste im vergangenen Quartal sogar einen oder mehrere Aufträge ablehnen, weil ihm Personal fehlte. Im März fand EY heraus, dass jeder dritte Mittelständler bei der Digitalisierung hinterher hinkt – weil er keine Fachkräfte findet.

Jubelmeldungen bleiben aus

Und auch im April, Mai und der ersten Juniwoche lassen die Jubelmeldungen aus dem Mittelstand auf sich warten. "Beim Mittelstand sagten vor zwei Jahren noch rund 50 Prozent der Betriebe, dass sie einen Fach- und Führungskräftemangel spüren. Heute sind es schon über 60 Prozent", sagt Lutz Finger. Er ist Director Data Science & Data Engineering beim Karrierenetzwerk LinkedIn.

Übersetzt heißt das: Er hebt und analysiert für das Netzwerk den Datenschatz, der sich aus den freiwilligen Informationen der LinkedIn-Mitglieder ergibt. Sein Unternehmen hat, gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom, zum dritten Mal Personaler in Deutschland befragt, wie sie mit dem Fachkräftemangel umgehen.

Die Antwort: Wenn nichts Gutes nahe liegt, muss man in die Ferne schweifen. Recruiting im Ausland heißt für viele die Lösung. Und: Auch immer mehr Mittelständler suchen jetzt im europäischen Ausland. Der Studie zufolge haben im Bereich IT und Telekommunikation bereits 34 Prozent der großen Unternehmen ihre vakanten Stellen mit Fachkräften aus dem Ausland besetzt, im Mittelstand sind es nur 14 Prozent.


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