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Vom Hockeyfeld in den Hörsaal: Viele Sportler müssen nach der Profilaufbahn eine neue Berufung finden.
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Business Schools

Mit Weltmeistern in der Vorlesung

Fulya Çayir, wiwo.de
Vom Hockeyfeld in den Hörsaal: Viele Sportler müssen nach der Profilaufbahn eine neue Berufung finden. Business Schools helfen beim Start in die zweite Karriere.
In kaum einer Branche sind die Gehälter so ungerecht verteilt wie im Spitzensport. Alle Topathleten gehören zu den besten ihrer Zunft, sie sind gesegnet mit Talent und ebenso fleißig wie ehrgeizig – doch nur die wenigsten streichen überdurchschnittlich hohe Gehälter ein.

Ein Ass, das nicht im Fußball, Golf oder Tennis reüssiert, sich nicht global vermarkten kann wie Serena Williams, Tiger Woods oder Lionel Messi, kann auch schon mal weniger als eine Krankenschwester verdienen.

Laut einer Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft kommen Spitzensportler im Schnitt auf ein Bruttoeinkommen von 1919 Euro im Monat. Viel zu wenig, um damit ein finanzielles Polster für die Zeit nach der Profikarriere aufzubauen. Also müssen sich die meisten etwas einfallen lassen. Manche werden Trainer. Andere Funktionäre. Wieder andere studieren noch einmal.

Schuften für die Karriere nach der Karriere

Wie zum Beispiel die Hockeyspielerin Eileen Hoffmann. Die 33-Jährige blickt auf eine eindrucksvolle Karriere im Sport zurück: Sie startete ihre Profilaufbahn mit 15 Jahren im Bundesligateam des Berliner Hockey Clubs, 2008 wurde sie bei den Olympischen Sommerspielen Vierte, aktuell spielt sie für den Uhlenhorster Hockey Club Hamburg (UHC). 

Doch nebenbei arbeitet Hoffmann schon fleißig an ihrem zweiten Berufsweg. Seit September absolviert sie am Düsseldorfer Zweitsitz der WHU – Otto Beisheim School of Management einen Master of Business Administration (MBA) in Teilzeit. Insgesamt 18 Monate lang muss Hoffmann dafür an zwei bis drei Wochenenden pro Monat in den Hörsaal. Mehr wäre für sie auch kaum zu leisten. Denn neben dem Sport arbeitet Hoffmann noch bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der KPMG – in Vollzeit. Die Dreifach-Belastung lässt sich nur dank eines flexiblen Curriculums stemmen. Versäumt Hoffmann wegen eines Bundesligaspiels mal eine Vorlesung, räumt die WHU ihr genügend Zeit ein, damit sie den Lernstoff nachholen kann.

Ein Stipendium für Spitzensportler

Natürlich ermöglicht die Universität das nicht aus reiner Nächstenliebe. Die Athleten stellen für sie eine interessante Zielgruppe dar. "Spitzensportler sind besonders leistungsbereit, diszipliniert und mental belastbar", sagt Sascha Schmidt, Lehrstuhlinhaber des Center for Sports and Management an der WHU. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit der Frage, warum Vereine zunehmend wie Unternehmen agieren oder welche Persönlichkeitsmerkmale Spitzensportler auszeichnen. Seit etwas mehr als drei Jahren kooperiert die Universität deshalb mit der gemeinnützigen Stiftung Deutsche Sporthilfe. 
 
Davon profitieren beide Seiten. Die Stiftung kann ihr Karriere-Programm für Topathleten ausweiten. Dafür schlägt sie der WHU jedes Jahr zwei Profisportler vor, die ihrer Ansicht nach gut in das Programm passen. Diese erhalten dann ein Vollstipendium für die Studiengebühren in Höhe von rund 41.000 Euro – so wie Eileen Hoffmann.

Zwar setzen auch andere private Wirtschaftshochschulen auf ehemalige und aktuelle Spitzensportler. Die EBS Business School in Wiesbaden bietet zum Beispiel ebenfalls ein Stipendium an. Allerdings deckt dieses nur zehn Prozent der Gesamtkosten.

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