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Karriere

Mit Vorbildern zum Erfolg

Liane Borghardt / wiwo.de
Sei es die eigene Oma, der Kollege oder eine berühmte Persönlichkeit - vielen Menschen kann man etwas abgewinnen. Wählt man die richtigen Vorbilder, dann klappt es oft auch mit der Karriere. Erfahren Sie, wo erfolgreiche Menschen ihre Vorbilder gesucht und gefunden haben.
Vorbilder findet man auch im persönlichen UmfeldFoto: © Stepanov - Fotolia.com
Als Regisseur Florian Graf Henckel von Donnersmarck mit seinem Filmprojekt begann, setzte er bewusst auf die motivierende Kraft von Vorbildern. An seine Bürotür heftete er die Bilder von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Karl Lagerfeld, Bill Clinton und Arnold Schwarzenegger. Allesamt Menschen, die – so seine Interpretation – auf ihrem Gebiet weiter gehen wollten als ihre Vorgänger. „Sie sind daran oft verzweifelt, haben es aber dennoch geschafft“, sagt von Donnersmarck.Bei ihm kam es genauso. Insgesamt drei Jahre arbeitete von Donnersmarck in einem winzigen Berliner Büro an seinem Drehbuch. „Die Thematik war trostlos, ebenso die Recherche, ich schrieb Fassung um Fassung“, erinnert er sich. Doch als er das Manuskript an die Berlinale schickte, lehnte die den Film ab. Frustrierend war das. Aber aufgeben?

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Seine Vorbilder fest im Blick, machte der Regisseur weiter. Anders. Ging neue Wege – und gewann schließlich 2007 mit „Das Leben der Anderen“ den Oscar.Schon diese Geschichte wäre filmreif. Das Thema selbst gar Stoff für eine Serie. Denn sei es der erfolgreiche Unternehmer, dessen Strategie den Weg für die eigene Karriere weist, oder schlicht die Tatkraft der Großmutter – Vorbilder fordern und fördern Menschen bei der beruflichen Entwicklung, helfen eine Lebenslinie zu finden oder das zu tun, was wir am besten können.Die Deutschen brauchen VorbilderAktuell erlebt der Wunsch nach Vorbildern eine Renaissance. 88 Prozent der Deutschen sind laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens Accenture davon überzeugt, dass Vorbilder in unserer komplexen Welt zur „privaten und beruflichen Orientierung“ dringend gebraucht werden. Mehr denn je.„In Krisenzeiten schlägt das Pendel um“, sagt der Kölner Psychologe Stephan Grünewald, der mit seinem Rheingold Institut die Befindlichkeit der Bundesbürger analysiert. Die Spaßgesellschaft der Neunzigerjahre glaubte noch, „ohne Bevormundung“ auszukommen. „Vorbilder haben immer eine gewisse Strenge“, sagt Psychologe Grünewald. Doch damit sei es inzwischen vorbei. Idole sind in.Idole, deren Poster sich beispielsweise Jugendliche an die Wand hängen, haben mit echten Vorbildern jedoch so wenig gemein wie Charles Bukowski mit Poesie. Denn bei ihnen „findet keine wirkliche Identifikation statt“, sagt der Organisationspsychologe Michael Kastner von der Universität Dortmund.(Artikel zuerst erschienen bei WirtschaftsWoche Online wiwo.de)

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