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Jobs mit gutem Gewissen
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Soziale Jobs

Mit gutem Gewissen Geld verdienen

Kerstin Dämon, wiwo.de
Weltverbesserer brauchen ein gutes Finanzpolster: Denn weder mit sozialen noch mit nachhaltigen Jobs lässt sich viel Geld verdienen. Neue Plattformen wollen das ändern.
"Gutes tun und damit auch noch Geld verdienen. Wer den Umweltschutz zu seinem Beruf macht, hat beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt", titelte einst das Greenpeace-Magazin. Für viele Menschen wäre das die ideale Kombination: Ein lukrativer Job, der nicht nur dazu dient, den Gewinn des Arbeitgebers zu maximieren.

Laut einer Studie von Ashoka, einer Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurs, und der Unternehmensberatung McKinsey wollen 39 Prozent der befragten 1800 Deutschen keinen Job, der nicht auch sinnstiftend ist. 37 Prozent können sich vorstellen, im Sozialsektor zu arbeiten.

Das sagten allerdings nicht nur junge Menschen, die jetzt in den Beruf einsteigen – sondern auch solche, die in der Mitte ihrer Karriere stehen oder sich nach einer Familienpause wieder ins Berufsleben integrieren wollen. Viele der Teilnehmer gaben an, sich auch privat sozial zu engagieren.

Wo bleibt die Job-Sicherheit?

Nur: Kaum jemand arbeitet auch in sozialen oder nachhaltigen Berufen. Wie die Studie zeigt, liegt das vor allem daran, dass diese Sektoren wenig Sicherheit bieten und auch nicht gerade durch attraktive Verdienstmöglichkeiten glänzen.

Nur acht Prozent wollen sich wirklich um eine Stelle in einem dieser Bereiche bemühen.

Unter den Berufseinsteigern sind es sogar nur vier Prozent. Der Rest ergreift – wenn auch mit schlechtem Gewissen – lieber einen sicheren Job ohne Sinn, dafür mit zufriedenstellendem Gehalt. 63 Prozent der Befragten sagten, dass sie ihren Job nicht zugunsten eines sozialen Berufs aufgeben würden, wenn sie dann weniger verdienen.

Der Klimawandel soll es richten

Und das würden sie höchstwahrscheinlich: Eine Führungskraft im Gesundheits- und Sozialwesen verdient laut Zahlen des Statistischen Bundesamts im Jahr rund 42.600 Euro brutto. Berufseinsteiger und einfache Arbeitnehmer gehen mit deutlich weniger nach Hause.

Wer mit sinnvoller Arbeit Geld verdienen möchte, sollte auf den Klimawandel setzen: Jede zehnte ausgeschriebene Stelle für Ingenieure hat heute schon mit erneuerbarer Energie zu tun. 2006 arbeiteten 235.000 Menschen in Berufen rund um Sonne, Wind, Biomasse, Geothermie oder Wasser. Bis zum Jahr 2020 sollen es 500.000 sein.


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