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Arbeitswege

Mit dem Dienstrad unterwegs

Jana Brenner, zeit.de
Immer mehr Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter zum Fahrradfahren bewegen. Das tun sie nicht nur für ein grünes Image. Sie sparen damit auch Geld.

Foto: Th. Max-Müller/Pixelio
Unterentwickelte Infrastruktur 

Als Norbert Sanden vom Projektbüro bike+business im Jahr 2002 bei Unternehmen anfragte, ob sie nicht etwas für die Radförderung tun wollen, stieß er auf Desinteresse. Nur über persönliche Kontakte konnte er erste Firmen dazu bringen, sich in Sachen Fahrrad beraten zu lassen, sagt Sanden, der auch Projektbüroleiter beim hessischen Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist.

Anfangs gab es viele Vorurteile in den Unternehmen. "Viele haben damals noch gedacht, dass diejenigen, die mit dem Rad zur Arbeit kommen, zu arm sind, um sich ein Auto leisten zu können und sie belächelt." Das sei gerade in den oberen Hierarchien ausgeprägt gewesen. Dazu kam eine völlig unterentwickelte Infrastruktur – Fahrradständer fehlten, die Zufahrten waren unkomfortabel, radelnde Mitarbeiter mussten ihre verschwitzten Radklamotten im Büro trocknen lassen.

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Mittlerweile haben sich 19 Unternehmen und Kommunen in der Rhein-Main-Region Rat bei bike+business, einer Kooperation des Regionalverbands FrankfurtRheinMain und des ADFC Hessen, geholt und sich fahrradfreundlicher gemacht – darunter die Deutsche Bundesbank, die Commerzbank und der Deutsche Wetterdienst.

Umweltschutz kommt an

Auch der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (BAUM) beobachtet, dass immer mehr Unternehmen sich dafür einsetzen, dass ihre Mitarbeiter häufiger mit dem Rad zu Arbeit kommen. Einige schaffen sogar Dienstfahrräder an, um das Pendeln zwischen einzelnen Standorten in einer Stadt vom Auto auf das Rad zu bringen. 2008 besuchte der Arbeitskreis elf Unternehmen, um den Status Quo in Sachen Fahrradförderung abzuklopfen. Das Ergebnis: Viele Unternehmen finden die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit zwar wichtig.

"Das Thema Mobilität wird in diesem Zusammenhang allerdings in den meisten Fällen vernachlässigt", sagt Brübach. Viele Manager denken, dass die Wege zum Arbeitsplatz nicht in ihrem Einflussbereich liegen. "Dabei können die Unternehmen sehr wohl etwas tun, um ihre Mitarbeiter aufs Rad zu bringen", sagt Brübach.


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