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Gefeuert!!!
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Unternehmenssprache

Mit anderen Worten: Gefeuert!

Teil 2: Konsensorientierter Stil

Zudem seien Deutsche eher konsensorientiert. "Hinter vielen Rücktritten mögen Streitereien stecken, aber diesen Streit möchte man nicht an die Öffentlichkeit tragen", sagt Moss.

Das Ergebnis ist ein verklausulierter Sprachstil, wie er in vielen Unternehmensmitteilungen vorherrscht.

Außerdem hängt der Sprachstil auch von der jeweiligen Branche ab: "Groupon bewegt sich als Internetunternehmen in einer Branche, in der ein ganz anderer Umgang herrscht als bei Versicherungen oder Banken", sagt Moss.

Ungewohnte Offenheit

Er glaube deshalb nicht, dass seine Direktheit ein Problem für Andrew Mason darstellen wird, künftige Anstellungen zu finden. "Das gehört zur kreativen Kommunikationsbranche einfach dazu. Wenn sich jedoch der Vorsitzende eines deutschen Kreditinstituts so verabschieden würde, dann würde das viele Kunden verschrecken."

Doch auch für amerikanische Verhältnisse ist Masons Offenheit ungewöhnlich. So bezeichnete ihn das "Wall Street Journal" als "skurril" – "selbst für die Kapuzenpulli und Latschen liebende Kultur der jungen Internet-Firmen".

Statt verbittert zu sein, nimmt sich Mason bei seinem Abgang selbst auf die Schippe: "Ich brauche jetzt erst einmal etwas Zeit zum Entspannen", schreibt er seinen Mitarbeitern. "Und falls Ihr es wissen wollt: Ich suche noch eine gute Schlankheitsfarm, um meine 40 (Pfund) von Groupon loszuwerden. Wenn jemand Vorschläge hat..."
 
Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de



Dieser Artikel ist erschienen am 08.03.2013

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