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Zufriedenheit im Beruf
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Persönlichkeit im Job

Mehr Zufriedenheit, mehr Geld – alles Typfrage?

Kerstin Dämon, wiwo.de
Während der eine unter der Arbeitslast ächzt, pfeift der andere fröhlich vor sich hin. Glaubt man dem Myers-Briggs-Test, führen bestimmte Charaktereigenschaften zu mehr Zufriedenheit und Gehalt im Job.
Viele Menschen empfinden ihre Arbeit als enorme Anstrengung – dabei machen sie sich den meisten Stress selbst. Ein amerikanisches Karriereportal hat sich mit der Frage beschäftigt, warum wir unsere Arbeitsbelastung so unterschiedlich wahrnehmen. Während Kollege A die Arbeit leicht von der Hand und er selber abends zufrieden nach Hause geht, erlebt Kollege B trotz gleicher Aufgaben einen erschöpfenden Horrortag. Um herauszufinden, woran das liegen könnte, griffen die Studienautoren auf den Klassiker unter den Persönlichkeitstest zurück, den Myers-Briggs-Indikator (MBIT) der auf der Typologie des Schweizer Psychiaters Carl Gustav Jung basiert. Der Test gehört zu den Hauptwerkzeugen bei Personaltest, ist bei sehr vielen Experten allerdings höchst umstritten.

Laut MBIT gibt es extrovertierte und introvertierte Menschen, unbeirrbare oder flexible sowie intuitive und sensorische Typen, rationale Denker und solche, die sich eher auf ihr Bauchgefühl verlassen. Alles natürlich in den verschiedensten Abstufungen. So gibt es den kontaktfreudigen, detailorientierten Denker, der sich auf Neues einstellen kann und will genauso, wie den schüchternen Menschen, der sich auf sein Bauchgefühl verlässt und schnell entscheidet. Laut dem "Center for Applications of Psychological Type" sind die meisten Frauen ESFJ-Typen, also höchst empathische Personen, die ein großes Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen. Männer seien dagegen ISTJ-Typen, haben also ein starkes Pflichtgefühl, sind methodisch und organisiert.

Zufriedenheit im Job

Nachdem die Probanden den einzelnen MBIT-Persönlichkeitstypen zugeordnet wurden, sollten sie angeben, wie zufrieden sie mit ihrer beruflichen Situation sind. Die Auswertung zeigt: Personen, die eher extrovertiert sind, waren zufriedener mit ihrem Beruf, als andere. Auch die Typen, die eher gefühlsbetont waren, waren in der Regel zufriedener mit ihrem Job. Die Studie zeigte außerdem, dass Geld zwar nicht glücklich macht, für die Zufriedenheit mit der eigenen Jobsituation aber schon eine Rolle spielt. Wer nicht angemessen bezahlt wird, ist unzufrieden – egal, wie viel Spaß der Job sonst macht.

Und auch beim lieben Geld haben Extrovertierte die Nase vorn, sie verdienen nämlich in der Regel mehr, als die zurückhaltenden Kollegen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Extrovertierte Menschen können sich eher verkaufen und trauen sich in der Gehaltsverhandlung mehr zu als Introvertierte. Die höchste Zufriedenheit hatte im Übrigen der Typ ESFJ angegeben. Glaubt man dem Center for Applications of Psychological Type, sind Frauen im Job also zufriedener als Männer.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 12.04.2015

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