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Mehr Urlaub in 2016
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Urlaubsplanung

Mehr Urlaub in 2016? So klappt's!

Tina Groll, zeit.de
Mit dem Jahresende sollte auch die Urlaubsplanung für das neue Jahr abgeschlossen sein. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Urlaubstage erhöhen können.
Bis zu zehn Tage Extraurlaub im kommenden Jahr – klingt das nicht verlockend? Es ist möglich: Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter bis zu zwei Wochen bezahlt freistellen, wenn sie eine Weiterbildung absolvieren möchten. Das gilt jedenfalls in den meisten Bundesländern, denn den zusätzlichen Urlaub regeln die Bildungsurlaubsgesetze der Länder.

In Berlin, Brandenburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Hamburg können Arbeitnehmer jeweils zehn Tage innerhalb von zwei Jahren nehmen; in Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt stehen Beschäftigten fünf Tage pro Jahr zu, wobei eine Kumulierung innerhalb von zwei Jahren möglich ist. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen bekommen Mitarbeiter fünf Tage pro Kalenderjahr frei für eine Fortbildung, und im Saarland gibt es bis zu sechs Tage jährlich, allerdings nur drei mit einer Lohnfortzahlung. Nur in Bayern, Sachsen und Thüringen existieren keine Bildungsurlaubsgesetze. In Baden-Württemberg dagegen wird ein solches nun gesetzlich verankert.
 
Wer in einem Bundesland mit Bildungsurlaubsregelung arbeitet und das Angebot nutzen möchte, muss noch Folgendes wissen: Anspruch auf Bildungsurlaub haben Arbeitnehmer, die mindestens sechs Monate in ihrem Betrieb tätig sind. Außerdem sollte man sich eine als Bildungsurlaub anerkannte Fortbildungsmaßnahme heraussuchen. In der Regel fragt der Chef oder die Personalabteilung nach dem entsprechenden Nachweis. Den gibt es in der Regel vom Bildungsanbieter gleich mit der Anmeldung.

Die gewählte Fortbildung muss nicht zwingend mit der eigentlichen Tätigkeit oder Branche zu tun haben und auch nicht zwingend im gleichen Ort oder Bundesland stattfinden. Eine Assistentin der Geschäftsleitung aus Hamburg kann also durchaus einen Präsentationskurs in den Alpen machen. Wichtig ist nur, dass die Weiterbildungsmaßnahme als solche im Bundesland anerkannt ist.

Bezahlen muss der Chef die Bildungsreise nicht

An den Kosten beteiligen muss sich der Chef nicht. Tut er es dennoch, hat er auch ein Mitspracherecht, auf welche Fortbildung es geht. Einen Zuschuss von bis zu 500 Euro durch einen Bildungsprämiengutschein bekommen Mitarbeiter, wenn ihr Jahreseinkommen 20.000 Euro nicht übersteigt.

Ablehnen darf der Chef den Antrag auf Bildungsurlaub nur, wenn die Teilnahme zu starken Beeinträchtigungen im Betriebsablauf führen würde – etwa weil in dieser Zeit die Urlaubspläne anderer Mitarbeiter aus sozialen Gründen Vorrang haben und diese Zeit mit einer Auftragsspitze zusammenfällt. Dies kann also nur ein Ablehnungsgrund für einen gewissen Zeitraum, aber kein genereller sein.

Übrigens nehmen etwa nur zwei Prozent der Beschäftigten in Deutschland Bildungsurlaub. Nur in Bremen liegt der Anteil bei immerhin vier Prozent. Am meisten gebucht werden Fremdsprachen-, EDV- und Rhetorikkurse.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de
Dieser Artikel ist erschienen am 11.12.2015

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