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Generation Y

Mehr Leichtigkeit im Arbeitsleben

Teil 3: Sich selbst verwirklichen

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Foto: Abdone/Fotolia

Hochmotiviert und bestens ausgebildet ist diese Generation, doch auf dem Arbeitsmarkt wimmelt es nur so von Chefs. Als "Prinz-Charles-Effekt" bezeichnet es die Rump-Studie. Die Älteren werden noch eine ganze Weile das Zepter in der Hand halten, die Jungen müssen warten. Da lauern etliche Konflikte.

"Die ältere Generation sieht Arbeit als etwas, wo man hingeht und etwas macht, was jemand einem vorschreibt", sagt Armin Trost, Professor an der Hochschule Furtwangen. Die Jungen sähen das ganz anders: Sie wollen selbst denken und kommunizieren, eigenverantwortlich an Projekten arbeiten. Kurz: sich selbst verwirklichen.

Sie fordern von ihren Chefs gecoacht zu werden, statt Anweisungen zu bekommen, schreiben Forscher der britischen Wirtschaftshochschule Ashridge in einer Studie. "Ich brauche konstruktive Kritik, um mich selbst verbessern zu können", sagt auch die 23-jährige Ann-Kristin Jenne, die beim Sensorenhersteller Sick im Einkauf arbeitet.

Wissen teilen

Die sehr formelle Art miteinander umzugehen und die Schwierigkeit, persönliche Nähe herzustellen, schrecke junge Menschen eher ab, sagt der schwedische Forscher Anders Parment. Die sehr offene Art miteinander zu sprechen und Wissen zu teilen, finden hingegen ältere Kollegen oft merkwürdig. Sie hätten noch gelernt, dass man einen Wettbewerbsvorteil daraus zieht, etwas für sich zu behalten, schreibt Rump. Dass ihre jungen Kollegen Informationen und Wissen munter miteinander teilen, ist für sie nicht nur neu, sondern bedrohlich.

Dass die Generation Y so viel Wert darauf legt, Spaß an der Arbeit zu haben, heißt nicht, dass sie die ganze Zeit lachen will. Diese Generation, die laut dem schwedischen Forscher Parment in gewisser Hinsicht sogar leistungsbereiter und ehrgeiziger als ihre Eltern und Großeltern ist, will sich einfach nicht langweilen.


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