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Tipps für die Gehaltsverhandlung
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Tipps für die Gehaltsverhandlung

Mehr Geld, jetzt!

Kerstin Dämon, wiwo.de
Die Wirtschaft brummt und alle wollen davon profitieren. Laut einer Studie wollen drei Viertel der Angestellten 2016 mehr Geld. Wie das klappt, lesen Sie hier.
Der Wirtschaft geht es gut. 2015 ist das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 1,7 Prozent gestiegen und für dieses Jahr stehen die Zeichen auf Wachstum. Die niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass Unternehmen billig an Geld kommen, die Stimmung ist gut.

Davon wollen auch die Arbeitnehmer profitieren, zeigt eine Jobstudie des Personaldienstleisters Robert Half. 78 Prozent der befragten Büroangestellten wollen ihren Chef 2016 nach einer Gehaltserhöhung fragen.


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Der Zeitpunkt ist gut, wie der Karriereberater und Gehaltscoach Martin Wehrle im Interview mit der WirtschaftsWoche sagt: "Normalerweise kommen die Leute erst gegen Ende des Jahres, also im Herbst, auf die Idee. Und dann ist der Gehaltsetat, den man sich wie einen Kuchen vorstellen kann, schon fast vergriffen und die Stücke werden kleiner. Wenn man den Fuß früh in die Tür stellt, sagen wir Ende Januar, Mitte Februar, oder auch noch im März, hat man bessere Aussichten."

Die Gelegenheit ist günstig

Der Zeitpunkt ist entscheidend, zeigt die Studie von Robert Half. Der Beginn eines neuen Projekts oder die Übernahme eines neuen Verantwortungsbereichs sind laut den befragten besonders gute Gelegenheiten für die Frage nach mehr Geld. Für fast ein Viertel der Manager stellt das Mitarbeitergespräch den passenden Rahmen dar. Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half, empfiehlt: „Gehaltsgespräche bedürfen für beide Seiten – Vorgesetzten und Mitarbeiter – einer guten Vorbereitung. Sie sollten daher nicht spontan vom Mitarbeiter eingefordert werden.“ Er rät außerdem dazu, schon beim Vereinbaren des Termins zu sagen, dass man mit dem Chef über sein Gehalt verhandeln möchte. Auch er muss sich vorbereiten können.

Schließlich soll derjenige mehr Gehalt bekommen, der mehr geleistet hat. "Bei Gehaltsverhandlungen achten Arbeitgeber neben externen und internen Faktoren besonders auf die Leistungen und persönliche Entwicklung des Mitarbeiters. Wichtig ist auch sein Beitrag zum Unternehmens- oder Teamerfolg", so Hennige. Entsprechend sollten Mitarbeiter auch sagen, was sie geleistet haben.

Wer kann mehr verlangen?
 
Diese Extraleistung ist nicht immer nur das neue Großprojekt, wie Wehrle weiß. "Das geht in jedem Bereich, also auch bei dem Buchhalter, der eine zuverlässige Arbeit leistet und vielleicht eine Urlaubsvertretung für einen Kollegen übernimmt, die sonst immer jemand von einer Zeitarbeitsfirma gemacht hat." Wer durch seine Arbeit der Firma Geld bringt oder Geld spart, kann dafür durchaus etwas extra verlangen, so der Gehaltscoach. "Es sollte natürlich nicht die Argumentation sein: "Ich habe hier 50 Euro gespart und möchte dafür 5000 Euro haben." Die Argumentation sollte sein: "Ich habe das ganze Jahr im Sinne der Firma gewirtschaftet."

Jammern sollte man bei der Gehaltsverhandlung hingegen nicht. Laut der Robert Half-Studie wollen 18 Prozent mehr Geld, um ihren individuellen Lebensstil zu finanzieren, zehn Prozent wollen eine Gehaltserhöhung, um die allgemeinen Lebenshaltungskosten zu decken. "Meine Yacht ist so teuer", "ich kann meine Frau nicht so oft ins Kino einladen" oder "wissen Sie eigentlich, wie teuer Kaffee derzeit ist? Und die Miete erst!" sind jedoch keine Argumente, die in einer Gehaltsverhandlung ziehen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 13.04.2016

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