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Gehalt

Mehr Geld in der Börse der Bosse

Christian Müßgens / wiwo.de
Grund zur Freude für Vorstände und Geschäftsführer: Nach Abstrichen im letzten Jahr steigt ihr Gehalt nun wieder. Wenig Veränderung gibt es dagegen bei den Bonuszahlungen.
Dicke Brieftasche: Firmenchefs verdienen wieder mehrFoto: © Marc Dietrich - Fotolia.com
Deutsche Manager profitieren vom Aufschwung. Eine Studie der Beratungsgesellschaft Kienbaum zeigt: Nicht nur die Vorstände großer Konzerne können sich über steigende Gehälter freuen – auch die Geschäftsführer bekommen inzwischen wieder deutlich mehr Geld.Firmenchefs von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als fünf Mio. Euro verdienen demnach in diesem Jahr durchschnittlich 288.000 Euro. Damit erhöht sich ihr Einkommen im Schnitt um rund zwei Prozent, nachdem sie im vergangenen Jahr Einbußen von rund 10.000 Euro hinnehmen mussten.

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Um die Zahlen zu erheben hat Kienbaum 1500 Geschäftsführer von 1000 deutschen Firmen befragt. Das Ergebnis: Die positive Entwicklung der Wirtschaft macht sich in den Börsen der Bosse bemerkbar. Allerdings unterscheiden sich die Einkünfte je nach Größte des Unternehmens erheblich.Betriebe mit einem Umsatz bis zu 7,5 Mio. Euro zahlen ihren Chefs im Schnitt 184.000 Euro; Firmenchefs, deren Unternehmen einen Umsatz zwischen 25 und 50 Mio. Euro erwirtschaften, bekommen 234.000 Euro. Erwirtschaftet der Konzern einen jährlichen Umsatz von mehr als 500 Mio. Euro, kriegt der Geschäftsführer rund 444.000 Euro im Jahr.Gehälter steigen, Boni sinkenUnterschiede zeigen sich auch mit Blick auf die Anzahl der Arbeiter und Angestellten, die in einer Firma tätig sind. Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern zahlen durchschnittlich 120.000 Euro an ihre Geschäftsführer, bei 20 bis 30 Mitarbeitern sind es 174.000 Euro und bei mehr als 50 Beschäftigten wird die Leistung des Geschäftsführers mit durchschnittlich 191.000 Euro vergütet.Während die Gehälter steigen, müssen die Firmenchefs in diesem Jahr allerdings mit deutlich niedrigeren Boni rechnen. Die Krise der vergangenen Jahre sorgte bei vielen Unternehmen für sinkende Erträge und Gewinne – und wirkte sich damit auch negativ auf die flexiblen Zahlungen aus.Eine Entwicklung, die nach Ansicht der Kienbaum-Experten nach wie vor anhält. Die durchschnittliche Höhe der Boni – im Verhältnis zum Gesamteinkommen – liegt demnach in diesem Jahr lediglich bei rund einem Viertel. Das entspricht in etwa dem Niveau des Vorjahres. Zum Vergleich: 2008 war es noch rund ein Drittel, so der Report von Kienbaum.Die jährlich erscheinende Studie gibt nicht nur Aufschluss über die Gehälter, sie enthält auch persönliche Angaben zu Alter, Geschlecht und beruflichem Werdegang der Firmenchefs. So ist der typische deutsche Geschäftsführer 52 Jahre alt, trat mit 36 Jahren in sein heutiges Unternehmen ein und wurde mit 41 Jahren zum Geschäftsführer bestellt.Weibliche Führungskräfte sind nach wie vor unterrepräsentiert: Unter den 914 Geschäftsführern sind nur sechs Prozent Frauen. In kleineren und mittleren Unternehmen liegt der Frauenanteil allerdings über dem Gesamtdurchschnitt.(Artikel zuerst erschienen auf WirtschaftsWoche Online wiwo.de)
Dieser Artikel ist erschienen am 16.09.2010

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