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Freiraum im Job
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Wissensgesellschaft

Mehr Freiraum für die Mitarbeiter

Stefani Hergert
Im Interview gibt Richard Straub, Präsident der Peter Drucker Gesellschaft Europa, Erkenntnisse preis über neue Führung, wie Mitarbeiter Vorgesetzte umgehen und die Zukunft des Managements 2.0, in dem Mitarbeiter ihre Ziele selbst – zum Wohle des Unternehmens – bestimmen.
Herr Straub, Sie sagen, dass sich der Kapitalismus reformieren, zum Kapitalismus 2.0 werden muss. Warum?

Die jetzige Form hat uns schnurstracks in die Krise geführt. Die Vorgaben des Wirtschaftssystems führen zu extremem Kurzfristdenken. Durch das Quartalsdenken werden etwa die Ausgaben kurzfristig eingefroren, um die Zahlen aufzuhübschen; Restrukturierungen werden von den Finanzmärkten begrüßt, beeinträchtigen jedoch die langfristige Unternehmensentwicklung. Die Idee vom Shareholder-Value suggeriert, dass Unternehmen einzig ihren Investoren verantwortlich sind. Heute sind das auch Investoren, die eine Aktie zum Teil nur noch Bruchteile von Sekunden halten.

Was muss sich ändern?

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Unternehmen müssen wieder langfristig orientiert geführt werden. Statt aufgepeppter Broschüren über Umweltschutz oder Sozialprojekte müssen sie echte Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt übernehmen. Und das heißt nicht, einfach nur die Gesetze einzuhalten. Das ist reine Compliance und hat nichts mit gelebter Verantwortung zu tun.

Wie muss Führung in diesem Kapitalismus aussehen?

Die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist es, das Wissen der Mitarbeiter für das Unternehmen zu nutzen. Ich nenne die neue Führung Management 2.0. Bisher hieß Führung strenge Hierarchie und wenig Spielraum für die Mitarbeiter. Die Mitarbeiter werden mit Zielvorgaben gegängelt und meist mit finanziellen Anreizen gesteuert. Bei schlechten Mitarbeitern wird befohlen, gute werden "motiviert".

Im Management 2.0 ist das anders?

Ein Wissensarbeiter ist seinem Vorgesetzten auf seinem speziellen Gebiet doch überlegen. Er weiß am besten, wie er seine Ziele zum Wohl des Unternehmens erreicht und soll selbst entscheiden, welchen Weg er nimmt. Mitarbeiter brauchen also mehr Freiraum, mehr Autonomie. Statt dem Mitarbeiter Ziele einfach vorzugeben, sollten Chef und Mitarbeiter sie gemeinsam entwickeln.

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