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Zunehmende Frauenarmut durch Teilzeit
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Arbeitsmarkt

Mehr Frauen in Teilzeitjobs – und Armut

zeit.de
Die Vollzeit-Quote unter Frauen ist im letzten Jahrzehnt von 55 auf 40 Prozent gefallen. Da viele Jobs nur schlecht bezahlt sind, muss häufig aufgestockt werden.
Die Zahl der Frauen in Deutschland, die Teilzeitjobs arbeiten, hat zugenommen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Passauer Neuen Presse vorliegt.

Teilzeit-Gehalt reicht nicht

Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann sagte, der Zuwachs finde vor allem in Branchen mit geringen Verdiensten statt. "Weil zugleich die Zahl der Vollzeitbeschäftigten zurückgegangen ist, steigt der Anteil der weiblichen Beschäftigten, die von Armut gefährdet sind", sagte Zimmermann. Jede Elfte sei inzwischen betroffen.

Mehr als 700.000 Frauen würden ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken: "Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen häufig in schlechter bezahlten Arbeitsverhältnissen landen. Frauen sind nicht Arbeitnehmer zweiter Klasse."

Unfreiwillige Beschäftigungsform

Die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen ist demnach zwischen 2001 und 2014 um knapp eine Million auf 7,5 Millionen zurückgegangen. 2014 arbeiteten 6,3 Millionen Frauen in sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs – ein Zuwachs von 2,5 Millionen. 5,3 Millionen weibliche Beschäftigte hatten ausschließlich einen Minijob. Gemessen an allen Beschäftigungsverhältnissen von Frauen ist die Vollzeit-Quote von 55 Prozent im Jahr 2001 auf 40 Prozent im Jahr 2014 gefallen.

1,1 Millionen Frauen arbeiten laut dem Statistischen Bundesamt unfreiwillig in Teilzeit, weil sie keinen Vollzeitarbeitsplatz gefunden haben. Dabei ist die Zahl der Frauen mit Job seit 2001 um 1,7 Millionen gestiegen, ihre Erwerbsquote nahm von 63,0 Prozent auf 72,4 Prozent zu.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 04.04.2015

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