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Bürobeziehungen

Mehr als nur "Kollegen"

Teil 4: Ungeschminkter Austausch zwischen Gleichgesinnten
Foto: Yuri-Arcurs/Fotolia

Dafür aber vernetzen sie sich umso öfter mit Gleichgesinnten, die in ihrer jeweiligen Branche zur Spitze zählen. Das gemeinsame Leistungsethos verbindet, wissen Soziologen – und das unterschiedliche Betätigungsfeld ermöglicht den ungeschminkten Austausch.
 
Klar ist, Büro-Freundschaften müssen weder am Wettbewerb noch an Hierarchien scheitern. Es bedarf allerdings offener Aussprachen über unterschiedliche Rollen und den damit verbundenen Erwartungen – etwa wenn sich befreundete Kollegen um den gleichen vakanten Posten bewerben oder der Freund zum Vorgesetzten wird.
 
Ehrlichkeit ist im Umgang miteinander das oberste Gebot. Dennoch muss klar sein: "Es gibt Dinge im Job, die man einfach nicht weitersagen kann", sagt die Targobank-Managerin Alexandra Frenz.

Derlei Fingerspitzengefühl ist nicht nur in der Zweierbeziehung am Arbeitsplatz gefragt, sondern auch gegenüber Dritten.

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Häufig werden befreundete Kollegen der Kumpanei verdächtigt. Für Freundschaften im Büro gilt dasselbe wie für Liebespaare, die sich bei der Arbeit kennengelernt haben: nicht ständig zusammen glucken oder gar das Gespräch verstummen lassen, wenn Kollegen hinzukommen.

Unter scharfäugiger Beobachtung

Wer seine Freundschaft demonstrativ zur Schau stellt, riskiert, von Informationen abgeschnitten zu werden, und sät Misstrauen: Bevorzugt der Vorgesetzte den Freund? Oder trägt der Details aus Kollegengesprächen nach oben? "Sobald man das Gefühl hat, Kollegen könnten die Freundschaft negativ interpretieren, sollte man sich erklären und die anderen auch dazu einladen", sagt Unternehmensberater Moritz Freiherr Knigge, der unter anderem Seminare zum Thema gibt.

Über den Wert von Freundschaft sinnierte bereits 1788 dessen berühmter Vorfahr Adolph Freiherr von Knigge. In seinem Standard-Werk "Über den Umgang mit Menschen" schrieb er: "Es gibt Menschen, die gar keinen vertrauten Freund haben. Andre sind aller Welt Freunde. Lasset uns zu keiner von beiden Klassen gehören!"

Mehr als 200 Jahre später und in Zeiten von Online-Netzwerken gilt das Bonmot mehr denn je.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 12.10.2011

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