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Mehr als 25 Stunden Arbeit schädlich fürs Gehirn?
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Forschung

Mehr als 25 Stunden Arbeit schädlich fürs Gehirn?

Teil 2: Studie nur bedingt aussagekräftig

Zwar stimmt Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“ beim IAB, den australischen Kollegen in dem Punkt zu, dass Arbeitnehmer krank werden, wenn sie zu viel arbeiten – allerdings nicht bei einem Pensum von 25 Wochenstunden. "Wenn ein Angestellter drei Tage die Woche arbeitet, ist er normalerweise noch weit von gesundheitlichen Schäden entfernt", sagt Weber.

Für ihn ist die Studie zudem nur eingeschränkt aussagekräftig, weil sie nur einen Querschnitt der australischen Bevölkerung repräsentiert. "Die Wissenschaftler haben bei ihren Untersuchungen nicht berücksichtigt, welche Tätigkeiten die einzelnen Probanden ausüben und wie sehr sie sich mit ihr identifizieren", sagt Weber. Denn jemand, der körperlich schwer arbeitet und sich unwohl am Arbeitsplatz fühlt, ist seiner Meinung nach schneller erschöpft als ein Arbeitnehmer, der die meiste Zeit im Büro verbringt, weniger Stress hat und seinen Beruf gerne ausübt.

Gerade im Alter sollte weniger gearbeitet werden

Hartmut Seifert, ehemaliger Leiter des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, ist hingegen überzeugt, dass alle Arbeitnehmer darauf achten müssen, dass sie nicht zu lange arbeiten. "Mehrere Studien haben belegt, dass das Risiko, durch lange Arbeitszeiten kognitive Fähigkeiten einzubüßen, im Alter stark steigt."
 
Beide Experte halten es für sinnvoll, wenn Angestellte im höheren Alter weniger Stunden arbeiten. So können Arbeitnehmer – beispielsweise trotz körperlich anstrengender Arbeit – länger erwerbstätig bleiben. Und: "Dem Arbeitgeber kann es durch flexible Lösungen gelingen, Erfahrungsträger länger im Unternehmen zu halten", sagt Weber.

Wer nicht die Möglichkeit hat, Stunden zu reduzieren, der sollte zumindest ein Auge darauf haben, dass er genug Erholung zwischen den einzelnen Arbeitstagen hat und sich während der Arbeitszeiten genug Auszeiten nimmt. "Arbeitnehmer sollten darauf achten, dass sie während der Pause den Arbeitsplatz verlassen, keine anderen Tätigkeiten ausüben und sie auch wirklich einhalten", sagt Seifert.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 04.05.2016

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