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Mehr als 25 Stunden Arbeit schädlich fürs Gehirn?
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Forschung

Mehr als 25 Stunden Arbeit schädlich fürs Gehirn?

Lisa Oenning, wiwo.de
Arbeitnehmer über 40 sollen nur noch 25 Stunden pro Woche arbeiten. Zumindest wenn es nach australischen Forschern geht. Deutsche Experten befürworten den Vorschlag, dass ältere Arbeitnehmer Arbeitsstunden reduzieren.
Drei Tage arbeiten. Vier Tage frei. So sieht die optimale Arbeitswoche aus, wenn es nach australischen Forschern geht. Sie wollen in einer Studie herausgefunden haben, dass zumindest Über-40-Jährige am leistungsfähigsten sind, wenn sie pro Woche nur 25 Stunden arbeiten.

Dazu beobachteten die Wissenschaftler die Arbeitsgewohnheiten von 6500 Australiern über 40 und führten mit ihnen Intelligenz-Tests durch. Das Ergebnis: Solange die Testpersonen weniger als 25 Stunden die Woche arbeiteten, nahmen die kognitiven Fähigkeiten zu. Mit jeder Stunde, die über die Drei-Tage-Woche hinausging, waren die Probanden weniger aufmerksam und kreativ.

Maximal 30 Arbeitsstunden

Die Konsequenz: Sie konnten sich nur schwer erinnern und schlechter Probleme lösen. Deshalb fordern die Wissenschaftler, dass Arbeitnehmer über 40 ihr wöchentliches Arbeitspensum durchschnittlich auf 20 bis 30 Stunden begrenzen. Während sie für Männer maximal 30 Arbeitsstunden empfehlen, dürfen es für Frauen mit maximal 27 etwas weniger Wochenstunden sein. "Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass ältere Angestellte ihre kognitiven Fähigkeiten pflegen können, indem sie Teilzeit arbeiten", heißt es im Forschungsbericht.

Denn: In den ersten Wochenstunden stimuliert Arbeit das Gehirn. Sobald der Arbeitnehmer mehr als drei Tage die Woche arbeitet, ist die psychische Belastung laut Studie zu groß – und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die kognitiven Fähigkeiten abnehmen.
 
Folgen für die Gesundheit

Wer das ignoriert und trotzdem unbeirrt 40 Stunden pro Woche arbeitet, muss laut den Wissenschaftlern mit ernsten Konsequenzen rechnen: "Chronischer Stress erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten", heißt es im Bericht. Das können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch psychische Krankheiten sein.

Und: Wer mehr Stunden arbeitet, tut weder sich noch dem Unternehmen ein Gefallen. Das Gehirn eines Arbeitnehmers, der mehr als 25 Stunden arbeitet, ist laut den australischen Wissenschaftlern leistungsschwacher als das eines Arbeitslosen.

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