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Migration

Mehr Akademiker kommen nach Deutschland

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Der Anteil der akademisch qualifizierten Zuwanderer ist deutlich gestiegen. Vor allem diejenigen aus EU-Ländern können auf dem Arbeitsmarkt durchaus mit Inländern mithalten, zeigt eine Studie.
Mit der wachsenden Zahl von Zuwanderern aus EU-Ländern steigt auch der Anteil der Akademiker. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Zugleich kamen mehr Zuwanderer aus den 27 EU-Ländern als noch wenige Jahre zuvor. Im Vergleich zu Migranten, die schon länger in Deutschland leben oder hier geboren wurden, sind die Neuzuwanderer im Durchschnitt besser qualifiziert. Zwischen 2005 und 2009 ist unter den 25- bis 64-Jährigen der Anteil der Neuzuwanderer ohne beruflichen Ausbildungsabschluss immer geringer geworden und der Akademikeranteil stetig gestiegen.

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Einwanderer sind immer besser ausgebildet

So besaßen im Jahr 2005 von den Neuzuwanderern 33 Prozent keinen beruflichen oder akademischen Abschluss, 32 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung und 30 Prozent einen akademischen Abschluss. Im Jahr 2009 gab es unter den Neuzuwanderern nur noch 26 Prozent ohne und 24 Prozent mit abgeschlossener Berufsausbildung, aber bereits 44 Prozent mit einem Hochschulabschluss.

In allen Beobachtungsjahren befanden sich zudem noch jeweils rund 5 Prozent der Neuzuwanderer im Ausbildungssystem, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sich die Anteile der Personen mit Berufsausbildung oder Studium sogar noch erhöhen

Zuwanderung hat unterschiedliche Gründe 

Dieser Anstieg des durchschnittlichen Ausbildungsniveaus geht einher mit einer Zunahme der Zuwanderung aus EU-Ländern. Im Jahr 2009 stammte mehr als die Hälfte der betrachteten Neuzuwanderer aus den 27 EU-Ländern. Dagegen stellte diese Gruppe im Jahre 2005 zusammen erst 32 Prozent der Neuzuwanderer. An den Integrationsproblemen in Deutschland ändere der Zustrom qualifizierter Einwanderer allerdings nur wenig, da er im Verhältnis zur Zahl der bereits hier lebenden Migranten kaum ins Gewicht falle, heißt es in der Studie.

Die niedrigeren Erwerbsquoten der Neuzuwanderer aus Nicht-EU-Ländern deuten zum einen auf unterschiedliche formale Zugangshürden auf dem Arbeitsmarkt hin. Zum anderen dürften sie häufiger aus familiären oder humanitären Gründen nach Deutschland kommen und nicht, weil sie bereits ein konkretes Arbeitsangebot haben, schreiben die IAB-Forscher Holger Seibert und Rüdiger Wapler in der Studie. 

Bezogen auf die generelle Erwerbsbeteiligung können vor allem die männlichen Neuzuwanderer aus den EU-Ländern durchaus mit den Einheimischen mithalten. Neu zugewanderte Frauen aus diesen Ländern sind hingegen weniger häufig erwerbstätig als deutsche Frauen ohne Migrationshintergrund. Die Neueingereisten aus Nicht-EU-Ländern gehen nochmals deutlich seltener einer Erwerbstätigkeit nach

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

Dieser Artikel ist erschienen am 06.12.2012

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