Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Führungsexperte Jürgen Weibler im Interview

"Manager sind unzureichend vorbereitet"

Interview: Daniel Rettig, wiwo.de
Manager stecken in einem permanenten Dilemma. Sie haben Macht, müssen führen, wollen Mensch bleiben. Jürgen Weibler gibt Tipps, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter im Geschäftsalltag am besten motivieren können.

Gewohnte Denkmuster aufbrechen, Perspektiven wechseln: Chefs sollten ihre Mitarbeiter geistig anregen. Foto: H. Glück/Pixelio

Professor Weibler, sind Sie ein guter Chef?

Weibler (lacht): Das sollten Sie eher meine Mitarbeiter fragen.

Aber Sie wissen zumindest, worauf es beim Führen von Mitarbeitern ankommt.

Die besten Jobs von allen


Ja, und ich hoffe natürlich, dass ich das im Alltag berücksichtige.

Kann eine Führungsperson generell beliebt sein?

Absolut – obwohl das naturgemäß nicht leicht ist. Ein Chef hat logischerweise per se Macht und Einfluss – er kann also die Autonomie seiner Angestellten beschneiden, indem er ihnen Dinge auferlegt und Aufgaben verteilt. Nichts hasst der Mensch mehr, als wenn man ihm seine Freiheit nimmt.

Zur Person

Jürgen Weibler, 51, ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen. Er beschäftigt sich vor allem mit Personalmanagement und gilt als einer der renommiertesten deutschen Experten in Sachen Mitarbeiterführung.


Führungskräfte müssen einen schwierigen Spagat meistern – führen und anleiten einerseits, aber die Mitarbeiter andererseits an der sprichwörtlichen langen Leine lassen.

Das Problem ist, dass Menschen immer eher die Gefahren sehen als die Chancen. Das ist gewissermaßen evolutionär bedingt. Wir gewichten die Nachteile stärker als die Vorteile, weil wir schnell Angst empfinden – das ist erstmal normal, allerdings darf diese Angst natürlich nicht die Überhand gewinnen.


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick