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Manager mit Mission

Claudia Obmann
Leistung allein reicht nicht mehr, soziales Engagement ist gefragt. Nachwuchsführungskräfte müssen sich an sozialen Brennpunkten im Ausland bewähren. Unter den neuen Arbeitsbedingungen stoßen sie oft an ihre Grenzen.
Eine helfende Hand: Viele Firmen fördern SozialkompetenzFoto: © michele.pautasso - Fotolia.com
Im Altersheim die Wände anstreichen, so lautete sein Auftrag. Paul Achleitner schwang am Wochenende ehrenamtlich den Pinsel und ebnete sich so den Weg in die Chefetage der Investmentbank Goldman Sachs. Sein soziales Engagement ist jetzt 13 Jahre her. Achleitner ist inzwischen Finanzvorstand der Allianz und gibt zu: "Das war weder besonders nachhaltig noch gelungen. Denn danach musste ich erst einmal einen professionellen Maler bestellen, der meine Kleckserei ausbesserte."Heute verlangt Achleitner von seinen Führungsnachwuchskräften beim größten deutschen Versicherungskonzern mehr Einsatz: Er schickt pro Jahr etwa 15 seiner Top-Talente jeweils für eine Woche an soziale Brennpunkte in England, Frankreich oder den Niederlanden.

Die besten Jobs von allen

Eine davon war Projektmanagerin Claudia Tuchscherer. Sie hat gerade geholfen, die nächste Fußball-Weltmeisterschaft obdachloser Jugendlicher in Rio de Janeiro besser zu organisieren. "Die Begeisterung der Veranstalter hat mich angesteckt. Sie schauen bereits auf tolle Erfolge. 70 Prozent der Jugendlichen, denen sie ein kostenloses Fußballtraining spendierten, konnten sie von der Straße holen. Und mit meiner Restrukturierungsexpertise konnte ich helfen, das Projekt international weiter voranzutreiben", sagt die 38-Jährige.Das Ehrenamt boomtNach der von Gier ausgelösten Weltwirtschaftskrise erlebt die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen gerade eine Renaissance, die Meldungen über Manager mit Mission häufen sich. Internationale Konzerne wie Logistik-Multi TNT Express oder die Beratungsfirma Accenture setzen neue Maßstäbe, was die Unterstützung des freiwilligen ehrenamtlichen Engagements ihrer Mitarbeiter angeht.TNT Express zum Beispiel stellt Mitarbeiter, die mit den Vereinten Nationen gegen den Hunger in der Welt kämpfen wollen, für drei Monate frei - bei vollem Gehalt. Und Accenture-Berater, die freiwillig an Entwicklungsprojekten in der Dritten Welt teilnehmen, werden dafür bis zu neun Monate beurlaubt.

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