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Nachhaltige Auszeit

Manager im Sinn-Sabbatical

Tina Groll, zeit.de
Die Organisation Manager ohne Grenzen schickt Führungskräfte zu Entwicklungsprojekten ins Ausland. Die Manager suchen dort vor allem eins: Sinn.

Entwicklungshiilfe bedeutet nicht nur, Brunnen zu bauen, sondern den Leuten vor Ort zu zeigen, wie sie ein Brunnenprojekt nachhaltig wirtschaftlich managen. Foto: kaivalya/Fotolia.com

Berater für Entwicklungshilfeprojekte

Acht Jahre war Peter Hauer als Entwicklungsingenieur für einen amerikanischen Konzern tätig. Als das Unternehmen in Deutschland in die Krise geriet, sollte der Manager seinen Standort mitabwickeln. Drei Jahre lang hatte er noch selbst Arbeit – am Ende ging auch er. "Es war eine demotivierende Erfahrung", sagt der 45-Jährige rückblickend. Für ihn stand anschließend fest: Er wollte etwas Sinnvolles tun. Nicht sofort wieder einen neuen Führungsjob übernehmen, sondern sich eine Auszeit gönnen, um zu sich selbst zu kommen

Über eine Freundin seiner Frau erfuhr Hauer von der Organisation Manager ohne Grenzen (MOG). Sie schickt erfahrene Führungskräfte für vier bis zwölf Wochen in Entwicklungs- und Schwellenländer, um dort in einem Hilfsprojekt mitzuwirken. "Die Führungskräfte sollen nicht in erster Linie Brunnen bauen, sondern den Leuten vor Ort zeigen, wie sie ihr Brunnenprojekt so managen, dass es nachhaltig wirtschaftlich sinnvoll ist", erklärt Helene Prölß, die Gründerin der Organisation.

Die besten Jobs von allen


Die Manager sollen also zu Unternehmensberatern für Entwicklungshilfeprojekte werden. Die Verantwortung bleibt bei den Trägern, der Einsatz der Führungskräfte ist auf drei Monate maximal beschränkt. Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe. "Wir wollen keine Abhängigkeiten schaffen", sagt Prölß

Blick auf Nachhaltigkeit

Seit 2007 gibt es die Non-Profit-Organisation, die fast ausschließlich von Ehrenamtlichen geführt wird. Gegründet wurde MOG von der Betriebswirtin Prölß, die sich als Coach auf Nachhaltigkeit spezialisiert hat.

Viele Führungskräfte, die zu ihr kämen, wünschten sich "einen tieferen Sinn ihrer Arbeit", sagt Prölß. Über Bekannte, die in der Entwicklungshilfe tätig sind, erfuhr sie von Hilfsprojekten, die wirtschaftliche Beratung brauchten, um den nächsten Entwicklungsschritt machen zu können. So entwickelte sie die Idee von MOG.

Prölß wendete sich an Projektträger, Behörden und Unternehmen. Sie gründete eine Stiftung, welche die Organisation dauerhaft finanzieren soll. Und sie fand eine Reihe Unterstützer, die ehrenamtlich für MOG arbeiten. Mittlerweile hat die Organisation Führungskräfte an 40 Hilfsprojekte weltweit vermittelt


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