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Ohne Digital Skills können weder Mitarbeiter noch Manager in Zukunft überleben
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Kompetenzen der Zukunft

Was Führungskräfte können müssen

Teil 2: Die Anforderungen an Mitarbeiter müssen klar kommuniziert werden

• 5. Einkauf

Viele Unternehmen binden den Einkaufsleiter heute bereits bei wesentlichen strategischen Entscheidungen mit ein. Diese zu treffen, sollte ihn also nicht überfordern. Außerdem sollte er in der Lage sein, seine Mitarbeiter zu motivieren, so dass diese in Zukunft ein vollkommen anderes Verständnis von ihrer Rolle im Unternehmen haben. Denn sie müssen sich zukünftig beispielsweise mit 3D-Druck oder Big-Data-Analyse-Methoden auskennen, was bisher nicht notwendig war.

• 6. Vertrieb

Vertriebsleiter müssen nicht nur den Kontakt zum Kunden halten und pflegen, neue potenzielle Kunden ansprechen und sich gegen neue, marktfremde Wettbewerber behaupten. Sie müssen auch sicher im Umgang mit ERP- und CRM-Systemen sein und sich mit Predictive Analytics auskennen. Mit dieser Prognose-Technik lassen sich Kennzahlen wie etwa potenzielle Kundenabwanderung oder ungenutztes Preispotenzial auswerten und neue Vertriebsstrategien entwickeln. So kann es sinnvoll sein, sich auf 20 Prozent der Kunden zu konzentrieren, die 80 Prozent des Umsatzes machen – oder aber den Fokus auf die Neukundenakquise zu richten.

• 7. Controlling und Finanzen

Im Finanzbereich werden Führungskräfte gesucht, die neue Unternehmensmodelle aufbauen und weiterentwickeln können. Dafür braucht es eine spezifische Ausbildung in quantitativen Methoden der Data Sciences. Bei der Besetzung von sowohl Führungs- als auch Spezialistenpositionen in Controlling und Finanzen werden demzufolge Kandidaten gesucht, die über sehr gute Fachkenntnisse in den Bereichen Finanzen, Rechnungswesen, Strategie und IT verfügen. Darüber hinaus sollten Kandidaten sehr gut kommunizieren können, da das Controlling in Zukunft noch stärker mit anderen Unternehmensbereichen wie etwa IT oder Unternehmensführung zusammenarbeiten wird.

• 8. Geschäftsführung (Chief Digital Officer)

Insbesondere für Unternehmen aus der "Old Economy" scheint ein CDO oft sinnvoll. Er oder sie muss sehr gute Kenntnisse in den Feldern Digitalisierung, Arbeitsprozesse, Geschäfts- und Strategieentwicklung sowie IT vorweisen und darüber hinaus ein gutes Gespür dafür mitbringen, welche Veränderungen beziehungsweise Ziele mit der vorhandenen Unternehmenskultur vereinbar sind.

Ein idealer Kandidat kann ein "gestandener" Manager sein, der bereits ein Unternehmen geleitet und gute Erfahrungen in der Digitalisierung erworben hat. Ebenso kommen aber auch jüngere Kandidaten infrage, die etwa erfolgreich ein Start-up gegründet haben und in kurzer Zeit Erfahrungen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Vermarktung einer neuen Technologie sammeln konnten.


Quelle: Stanton Chase International


Die Liste der geforderten Fähigkeiten reicht von konkreten IT-Kenntnissen, Ahnung von Data Analytics bis Kommunikationsstärke – immer in Abhängigkeit vom jeweiligen Unternehmensbereich. "In vielen Unternehmen herrscht immer noch die Überzeugung, dass Industrie 4.0 nur Maschinen betrifft", sagt Seyda. "Viel gravierender jedoch sind die Auswirkungen auf die Mitarbeiter, die Industrie 4.0 zum Erfolg für das Unternehmen machen sollen."

Deshalb sollten nicht nur Führungskräfte darauf achten, was in Zukunft von ihnen erwartet wird. Unternehmen sollten ihre Anforderungen an Mitarbeiter jeglicher Hierarchieebene in Zukunft auch deutlicher kommunizieren.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 07.08.2017

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