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Ohne Digital Skills können weder Mitarbeiter noch Manager in Zukunft überleben
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Kompetenzen der Zukunft

Was Führungskräfte können müssen

Kerstin Dämon, wiwo.de
Mit der Digitalisierung der Wirtschaft ändern sich die Anforderungen an Mitarbeiter und Manager. Was Führungskräfte in acht verschiedenen Bereichen können müssen – von Controlling bis Qualitätsmanagement.
Überall ist die Rede von Skills: Soft Skills seien wichtig, das Mindset wichtiger als Fachwörter – Phrasen und unverständliche Anglizismen füllen nicht nur die Stellenanzeigen. Auch Berater sprechen von den Digital Skills, ohne die weder Mitarbeiter noch Manager in Zukunft überleben könnten. Konkreter als: "Der Bewerber sollte neugierig, offen und anpassungsfähig sein und ein Verständnis von Technik haben", wird es allerdings selten. Dabei dürften Unternehmen ja auch trotz Smartphones, Disruptoren und Onlinehandel weiterhin ganz konkrete Erwartungen haben, was ihre Leute können sollen.

Schließlich lässt sich ein Roboter, der in einer Produktion Maschinenteile montiert, nicht durch Neugier allein bedienen. Und das Außendienstteam braucht eine Führungskraft, die mehr kann, als nur offen zu sein. "Führungskräfte brauchen die richtige Kombination aus Fach- und Sozialkompetenzen, damit die digitale Transformation gelingt", sagt Michael Seyda. Er ist Partner der Unternehmensberatung Stanton Chase, die die geforderten Fähigkeiten für acht Unternehmensbereiche aufgelistet hat:

• 1. Produktion

Neben Kenntnissen aus der Fertigungs- und Automatisierungstechnik muss ein Führungsverantwortlicher in der Produktion auch über sehr gute IT-Kenntnisse verfügen. Big-Data-Analysten und Experten für Datensicherheit sind heiß begehrt, aber schwer zu finden. Wer hier Erfahrungen vorweisen kann, hat die freie Jobwahl.

• 2. Supply Chain Management

Führungskräfte, die für die Lieferkette eines Unternehmens verantwortlich sind, sollten in vorherigen Positionen bereits die Verantwortung für große Teile der Supply Chain übernommen haben. Hier ist Erfahrung gefragt. Auch in diesem Bereich sind gute Kenntnisse in Big Data Analytics gefordert. Wer mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern zusammenarbeitet, sollte außerdem gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringen, da die Supply Chain permanent und zielgerichtet anderen Unternehmensbereichen Informationen bereitstellen muss.

• 3. Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement (QM) und Qualitätssicherung (QS) unterscheiden sich in Zukunft noch stärker – entsprechend unterscheiden sich auch die Anforderungen. Die Qualitätssicherung wird noch technischer und immer IT-lastiger. Führungskräfte kommen hier in Zukunft ohne mathematische Fähigkeiten und mehr IT-Kompetenzen nicht aus. Außerdem – Achtung Softskill – brauchen sie sehr gute Analysefähigkeiten und die Bereitschaft zu einer permanenten Veränderung. Das sollten auch Qualitätsmanager mitbringen. Außerdem müssen die sich in Kunden hineindenken können und über Validierungsmethoden verfügen.

• 4. Produktentwicklung und Innovation


Ein Kandidat für eine Führungsposition in den Bereichen Produktentwicklung und Innovation sollte Erfahrungen in Hinblick auf die Entwicklung von nachfrageorientierten Produkten mitbringen. Schon mal Produkte durch den Einsatz von Open-Innovation-Methoden entwickelt zu haben, kann auch nicht schaden.

Da Produkte für verschiedene Märkte und Zielgruppen nicht in homogenen Teams entstehen können, sind Erfahrungen im Umgang mit kulturellen Problemen wichtig. Ein Leiter Produktentwicklung und Innovation muss außerdem Mitarbeiter und Unternehmensführung gleichermaßen davon überzeugen können, dass Ideen und Wissen von außen für das Unternehmen keine Bedrohung, sondern eine zusätzliche Informationsquelle zur Entwicklung erfolgreicher Produkte darstellen.

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