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Studien zeigen, wie sich regelmäßiges Meditieren auf den Führungsstil auswirkt.
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Modernes Management

Ohne Stress zum besseren Chef

Teil 2: Vor allem Führungskräfte können profitieren

Mittlerweile lernen weltweit Millionen von Menschen seine sogenannte Mindfulness-Based Stress Reduction-Methode, die neben Achtsamkeitsübungen auch Meditation und Yoga beinhaltet. Sie soll dabei helfen chronische Schmerzen besser zu ertragen, aber auch Stress reduzieren. In vielen Kliniken wird die Methode eingesetzt, um auch Depressionen und Angststörungen zu behandeln.

Meditation statt Sport

Mit Stress und Druck umzugehen, müssen vor allem Führungskräfte lernen. Während sie früher ihren Frust und Ärger weggelaufen haben, ziehen sie sich heute in sich zurück. Der Vorteil liegt auf der Hand: Statt sich an immer neuen Zeiten oder in Wettkämpfen zu messen, geht es um Stillsein und Innehalten.

So haben sowohl die Harvard Business School als auch die französische INSEAD, eine der weltweit größten und renommiertesten Business Schools, herausgefunden, dass Meditation und Intuition zu zwei der effektivsten Mittel der Unternehmensführung zählen. Manager, die ihr Führen damit verbinden Macht und Kontrolle auszuüben, gibt es immer weniger.

Denn auch Führungskräfte nehmen verstärkt wahr, dass eine Fokussierung oder Konzentration auf nur eine Sache ganz schön schwierig ist, wenn man gleichzeitig so viele Dinge um die Ohren hat.

Leistungsdruck wird immer mehr zum Problem

Das aber kann trainiert werden. Auch deshalb boomt das Geschäft rund um Meditation, Yoga und Achtsamkeitstraining. "Ich glaube, dass man mit Achtsamkeit viele Dinge verändern und erlernen kann", sagt Neurowissenschaftlerin Britta Hölzel. Ihr Coburger Kollege ergänzt: "Bei den Führungskräften, oder sogar bei der Geschäftsführung anzusetzen, macht natürlich am meisten Sinn. Sie können Veränderungen, die gemacht werden sollten, am ehesten vorleben." Und darum geht es schließlich: So führe eine gemeinsame ein-minütige Meditation vor einer Konferenz zu einem wesentlich freundlicheren und effizienteren Arbeiten der Kollegen untereinander.

Denn in den Unternehmen steigt aufgrund von hohen Leistungsdruck die Zahl der Krankheitstage, die aus psychischen Erkrankungen resultieren und das verursacht auch für die Firmen Kosten in Höhe von 30 Milliarden Euro. Die Studie einer Krankenkasse hat gezeigt, dass alleine 2015 drei Millionen Deutsche verschreibungspflichtige Medikamente nehmen, um am Arbeitsplatz noch leistungsfähiger zu sein. Die Dunkelziffer könnte noch höher liegen. Und das ist gefährlich: Betriebliche Präventionsprogramme können da helfen – nicht nur den Mitarbeitern.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 02.02.2017

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