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Wissen, Fähigkeiten und Ideenreichtum aller Menschen in Deutschland müssen besser genutzt werden
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Wirtschaftsfaktor Mensch

Kreative Potenziale voll ausschöpfen

Teil 2: Vom Ideenreichtum der Mitarbeiter pofitieren

• 2. Potenziale nutzen:

Viele Menschen können aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten. So mancher mag auch einfach keine Lust haben und mit der staatlichen Förderung zufrieden sein. Aber es gibt eben auch den 57-jährigen Ingenieur, der keinen Job bekommt oder die 39-jährige türkische Buchhalterin, die nur Absagen auf ihre Bewerbungen bekommt. Boll sagt deshalb ganz klar: "Die Erwerbsbeteiligung von Frauen, Älteren und Personen mit Migrationshintergrund muss gesteigert werden; Arbeitszeitwünsche müssen stärker berücksichtigt und Talente besser genutzt werden." Dazu gehört auch Punkt drei.

• 3. Weiterbildung:

Boll wünscht sich "zielgruppenadäquate Finanzierungsinstrumente und Bildungsformate", um Geringqualifizierte, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Sprachdefiziten adäquat weiterzubilden. Alle zum gleichen Computerkurs zu schicken, bringt nichts und kostet nur.

• 4. Digitalisierung:

Flexibleres und mobileres Arbeiten und Lernen könne die Produktivität der Unternehmen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöhen. "Hier ist ein kluger Interessensausgleich zwischen Unternehmen und Beschäftigten gefragt", schreibt sie.

Bildung ins Zentrum der Wachstumspolitik

Grundsätzlich müssten Wissen, Fähigkeiten und Ideenreichtum aller Menschen in Deutschland besser genutzt und gefördert werden, nicht nur der Beamten- und Professorenkinder. Boll plädiert für einen Bewusstseinswandel: "Bildung gehört ins Zentrum der Wachstumspolitik. Dem Bildungsprozess gebührt die Wertschätzung, die seiner Rolle für die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung entspricht. Zerfallende Schulgebäude und kaputtes Inventar passen nicht hierzu. Der Investitionsstau bei der Schulsanierung ist aufzulösen."

Denn insgesamt habe Deutschland eine gute Ausgangsperspektive, die Herausforderungen des wirtschaftlichen, demografischen, gesellschaftlichen und technologischen Wandels zu meistern.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 28.07.2017

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