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Headhunter Initiativbewerbung
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Geheimnisumwobene Karrieremacher

Keine Angst vorm Headhunter

Anne Koschik
Wer heute aufsteigen will – und dabei nicht vorgezeichneten Karriereverläufen im eigenen Unternehmen folgt, muss nicht warten, bis der Headhunter bei ihm anruft. Denn das bedeutet noch gar nichts: Da ist weder Ehrfurcht geboten, noch ist das große Los gezogen. Aber der Kontakt ist ein erster Schritt, um ganz oben mitzuspielen. Das allerdings lässt sich auch selbst in die Wege leiten: Einfach fest entschlossen zum Telefonhörer greifen oder eine Mail versenden und in eigener Sache beim Personalvermittler die Werbetrommel rühren.
Ganz klar, Headhunter vergeben oft exklusive und hoch dotierte Stellen – speziell wenn es sich um "Executive Search" handelt. Und Tatsache ist: Die Suche nach Top-Kräften wird angesichts der guten Konjunktur immer schwieriger, stellt der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) fest. Auch bei Besetzung von Spezialisten-Tätigkeiten und Positionen im mittleren Management spielt das für die Personalvermittler bzw. -berater – so die gängigeren Bezeichnungen – eine große Rolle. Was liegt also näher, als sich selbst als Kandidat ins Rennen zu bringen.

Denn was Personalvermittler auszeichnet, ist die gezielte Suche nach geeignetem Personal im Auftrag eines Unternehmens. Der Einsatz wird sehr gut bezahlt, ist aber auch mit hohen Erwartungen verknüpft. Verständlich, dass die Kandidatenauswahl begrenzt ist. Headhunter greifen hier in der Regel auf große Netzwerke, persönliche Kontakte, firmeninterne Datenbanken und Social-Media-Kanäle zurück. Nicht selten schreiben sie auch konkrete Stellenanzeigen in den klassischen Stellenbörsen aus, allerdings nicht fürs Top-Management. 

Sie schätzen es aber auch, wenn Karrierewillige selbst die Initiative ergreifen. "Wir nehmen diese Bewerber gerne in unsere Datenbank auf", stellt etwa Szilvia Lengyel, Head of Permanent Placement bei Randstad Deutschland fest. "Ich bin froh über spannende Kandidaten mit interessanten Profilen", sagt auch Thomas Lüdeke, Geschäftsführer der PRCC Personalberatung in Düsseldorf, die vor allem in der Kommunikationsbranche aktiv ist. Auf die besondere Bedeutung von "spezifischen Qualifikationen" verweist dazu Sladjan Petkovic, Managing Director bei Robert Half in München.

Doch was ist für einen Headhunter spannend? "Wenn jemand nicht schon 20 Jahre lang ein- und dasselbe gemacht hat, sondern das Arbeitsleben aus unterschiedlichen Perspektiven kennt und aus diesen Erfahrungen schöpfen kann", sagt Lüdeke. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn er mal im Industrieunternehmen, mal in der Beratung gearbeitet hätte. Oder in sehr unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Wenn solche Kandidaten dann auch noch zu den Suchkriterien der Kunden passen, umso besser – einem persönlichen Kennenlernen steht für Lüdeke in solchen Fällen nichts mehr im Weg.

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